Libor-Kartell
EU lässt Banken für Zins-Manipulationen bluten

Die EU-Kommission bestraft mehrere Großbanken wegen der Manipulation von Zinssätzen wie dem Libor mit einer Rekordbuße von insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank muss 725 Millionen Euro zahlen .
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BrüsselIm Skandal um die Manipulation international bedeutsamer Zinssätze hat die Europäische Union eine Rekordstrafe gegen insgesamt sechs internationale Großbanken verhängt. Die Institute müssten insgesamt 1,71 Milliarden Euro für die Beteiligung an illegalen Kartellen auf den Märkten für Finanzprodukte zahlen, die an die Zinssätze gekoppelt seien, teilte die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Alleine auf die Deutsche Bank entfalle eine Buße von rund 725 Millionen Euro.

Händlern der Geldhäuser wird vorgeworfen, die Zinssätze zu ihren Gunsten manipuliert zu haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Referenzsätze wie Libor und Euribor werden täglich ermittelt und sind die Grundlage für Finanzgeschäfte im Volumen von mehr als 500 Billionen Dollar. Sie beruhen auf Angaben der Banken über ihre Refinanzierungskosten. Das System soll nach dem Willen vieler Aufseher wegen der Manipulationen geändert werden.

In den Skandal sollen mehr als ein Dutzend Banken verwickelt sein. Vor und während der Finanzkrise sollen Händler durch falsche Meldungen die Zinsen zu ihren Gunsten verzerrt haben - nicht nur um Handelsgewinne einzustreichen, sondern auch um ihr Institut besser aussehen zu lassen.

Die Referenzzinssätze sind auch für private Kreditnehmer wichtig: In Europa haben nach Angaben der EU-Kommission 40 Prozent der Verbraucherkredite einen variablen Zinssatz.

Ein ausführlicher Bericht dazu hier auf Handelsblatt Online.

Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Libor-Kartell: EU lässt Banken für Zins-Manipulationen bluten"

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  • So lange die Herren Ackermann, Jain und Fitschen dafür keine 5 Jahre Knast erwarten und die übrigen Bangster ihre Boni behalten dürfen, wird sich daran nicht ändern.

  • Es gab und gibt die verschiedensten Anlageinstrumente, die von Institutionen z. B. Kommunen und privaten Anlegern genutzt wurden und auf Libor basieren.

    Die Geschädigten dieser Manipulation sollten jetzt die beteiligten Banken verklagen, da der Fall glasklar ist.

    Oder gibt es da etwas, das ich nicht sehe?

  • Gutes "Geschäft" für die DB: wahrscheinlich 3 Mrd an der Manipulation verdient und 725 Mio Strafe.

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