Libor-Manipulationen
Erste Festnahmen stehen im Zinsskandal kurz bevor

Weltweit wird gegen mehr als ein Dutzend Großbanken in der Affäre um den manipulierten Zinssatz ermittelt - nun stehen offenbar die ersten Festnahmen bevor. Die Geldhäuser selbst hoffen noch, einer Strafe zu entgehen.
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New York/Frankfurt/Washington/LondonIm Libor-Skandal stehen die US-Staatsanwälte und europäischen Wettbewerbsbehörden Kreisen zufolge kurz vor den ersten Festnahmen von Händlern. Dies sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach haben mehrere Staatsanwälte aus Washington erst kürzlich Kontakt mit den Rechtsvertretern der verdächtigen Personen aufgenommen und ihnen mitgeteilt, dass die Strafanträge und Festnahmen kurz bevorstehen könnten. Die ersten Festnahmen könnte es in den nächsten Wochen geben, hieß es.

Zeitgleich zu den Strafanträgen arbeiten die Wettbewerbsbehörden in der Affäre um Zinsmanipulationen daran, die Großbanken zu überführen und mit Strafen zu belegen. Ein aus Europa stammender Informant sagte Reuters, die Geldhäuser hofften darauf, dass die Regulierungsbehörden die Hauptschuld in dem Fehlverhalten einzelner Händler sähen. In Europa konzentrierten sie sich auf einen Ring aus Händlern verschiedener Banken, die offenbar an der Manipulation des Libor und anderer Zinse beteiligt waren. Es seien mehr als eine Handvoll betroffen.

Weltweit wird gegen mehr als ein Dutzend Großbanken ermittelt, weil sie in der Finanzkrise ab 2007 den Libor manipuliert haben sollen. Der Zinssatz wird einmal täglich in London ermittelt und basiert auf den Angaben der Institute zu ihren Refinanzierungskosten. Er dient als Basis für Finanztransaktionen im Volumen von mehr als 500 Billionen Dollar - von Hypotheken über Kreditkarten bis hin zu Derivaten. Die Ermittlungen in dem Skandal haben angezogen, seit Barclays ein Fehlverhalten von Händlern einräumte.

Die Festlegung des Referenzzinssatzes Libor im Interbankengeschäft ist nach Auffassung des US-Finanzministeriums manipulationsanfällig und gefährdet die Finanzmarktstabilität. Banken seien in der Lage den Zinssatz zu beeinflussen, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht.

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Auch die Notenbanken stehen am Pranger

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  • @Qwertz
    es gibt noch viele andere nicht anti.s blogs die sich damit befassen und sie haben seit Jahren davor gewarnt bald platzt die große Finanzblase und alle heulen sie hätten es nicht geahnt.

    Man google selbst und werdefündig :-)

  • Nun ja, ein anti-semitisches Verschwörungsblog ist nicht grad eine Quelle, der ich maßlos vertrauen würde...

    "Diskussionsecken

    Off Topic
    Chemtrail-Beobachtungen
    Rezepte von Lesern
    Prophezeiungen&Esoterik
    Ufos-Aliens-Planet X
    Hartz IV"

    Immerhin weit gefächerter Themenfokus!

  • "LIBOR war gestern: Neues aus der Weltfinanzkloake – Der SEC-Mega-Skandal: Rupert Murdoch’s Medien enthüllen einen $ 8 Billionen-Skandal bei der SEC..":
    http://www.politaia.org/wirtschaft/banken/libor-war-gestern-neues-aus-der-weltfinanzkloake-der-sec-mega-skandal/

    Zitat: "..Mit dürren Worten: Unter der Komplizenschaft der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC wurden für Billionen Dollar wertlose bzw. gefälschte Aktien/Wertpapiere in alle Welt verkauft. Herzlichen Glückwunsch an alle Wertpapier-Anleger!!! Schauen Sie sich Ihre Akten und Wertpapiere mal genauer an. Vielleicht sind sie das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind..."

    Tja, trau keiner Aktie, die Du nicht selbst gedruckt hast!

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