Libor-Prozess gegen Händler Tom Hayes
Der Absturz eines Zauberers

PremiumTom Hayes steht als erster Trader wegen des Libor-Skandals vor Gericht. Hochintelligent, aber sonderbar wie Dustin Hoffmann in „Rain Man“ – für das einstige Wunderkind steht mehr auf dem Spiel als Geld.

LondonTom Hayes wirkt etwas verloren in dem Saal. Das luxuriöse Ambiente der Londoner City-Boys war seine Welt. Die wuseligen Handelsräume der Großbanken sein Spielfeld. Nervenkitzel und millionenschwere Profite sein Treibstoff. Doch nun sitzt der blasse 35-jährige Ex-Händler im neonlichtbeschienenen Gerichtsraum Zwei des Londoner Southwalk Crown Court und verfolgt meist regungslos die Ausführungen des Staatsanwalts Mukul Chawla, der ausmalt, wie der Finanzjongleur zusammen mit Händlern anderer Banken ein kriminelles Netzwerk bildete, das auf der Suche nach dem eigenen Vorteil am ganz großen Rad drehte: dem globalen Referenzzins Libor.

Fast verschämt hat Hayes weit entfernt vom Richter in einer hinteren Reihe...

 
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