Londoner Investmentbanker
Commerzbank lenkt im Bonus-Streit ein

Ihren Londoner Investmentbankern hatte das deutsche Institut Prämien in Millionenhöhe versprochen. Doch wegen der Finanzkrise strich die Commerzbank die Boni zusammen. Die Banker klagten – und bekamen Recht.
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FrankfurtDie Commerzbank gibt in dem seit dreieinhalb Jahren schwelenden juristischen Tauziehen um Boni für Investmentbanker der Dresdner Bank in London auf. Die Erfolgsaussichten in dem Verfahren seien gering, die Bank werde daher nicht erneut gegen das zu Gunsten der Banker ergangene Urteil in Berufung gehen, sagte eine Commerzbank-Sprecherin am Freitag in Frankfurt. „Wir wollen dieses schwierige Kapitel, das viel über die früheren Fehlentwicklungen im Investment-Banking aussagt, nun abschließen, um unseren Blick auf neue Herausforderungen richten zu können.“

Damit muss die Bank endgültig 104 früheren Investmentbankern 52 Millionen Euro nachzahlen, die sie ihnen in der Finanzkrise als Bonus versprochen hatte. Ein Londoner Gericht hatte die Beschwerde der Commerzbank gegen ein entsprechendes Urteil vor einer Woche abgewiesen. Mit Zinsen und Prozesskosten kommen auf die Bank nun rund 70 Millionen Euro zu. In der ersten Instanz am High Court hatte Richter Robert Owen der Commerzbank im Mai 2012 vorgeworfen, sie habe die vertraglichen Rechte der Mitarbeiter auf dem „Altar der öffentlichen Meinung“ geopfert.

Die Verantwortlichen von Dresdner Kleinwort hatten vor der Fusion mit der Commerzbank einen Bonustopf von insgesamt 400 Millionen Euro ausgelobt, unter anderen um die Mitarbeiter in der Finanzkrise bei der Stange zu halten. Nach der Übernahme durch die Commerzbank strich Vorstandschef Martin Blessing die Boni aber radikal zusammen, nachdem Dresdner Kleinwort 2008 einen Verlust von 6,5 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte. Die Bank halte das immer noch für richtig und verantwortungsvoll, sagte die Sprecherin.

Vor dem deutschen Bundesarbeitsgericht hatte die Bank sich mit ihrer Argumentation durchgesetzt, auch in Italien und Japan blitzten Mitarbeiter bei Gericht ab. Doch die meisten Dresdner-Investmentbanker hatten britische Arbeitsverträge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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