Medienbericht
Frühere Karstadt-Quelle-Bank Valovis wird zerlegt

Die Bank des Handelskonzerns Karstadt-Quelle soll offenbar zerlegt werden. Medienberichten zufolge soll die Kreditkarten-Sparte verkauft werden. Valovis musste im vergangenen Jahr mit Millionen Euro gerettet werden.
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FrankfurtDie ehemalige Karstadt-Quelle-Bank soll Finanzkreisen zufolge zerlegt werden. Mit dem Verkauf des werthaltigsten Teils des Geschäfts, der Kreditkarten-Sparte, soll Vorstandschef Axel Wieandt die Verluste für den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken minimieren, wie zwei mit den Überlegungen vertraute Personen am Dienstag sagten. Der Fonds, der vom Bankenverband BdB getragen wird, hatte die Valovis Bank im vergangenen Jahr mit rund 100 Millionen Euro auffangen müssen, nachdem sie 138 Millionen Euro mit ihren Engagement in griechischen Staatsanleihen durch den Schuldenschnitt für das Land verloren hatte. Der frühere Hypo-Real-Estate-Chef Wieandt hatte sein Amt im Herbst 2012 angetreten.

Einer der Insider sagte, das Frankfurter Bankhaus Metzler sei mit der Suche nach einem Käufer für die Kreditkartensparte beauftragt worden. Das berichtete auch Manager Magazin online. Die Valovis Bank hat rund 800.000 MasterCard-Kreditkarten vor allem an Karstadt-Kunden ausgegeben und ist damit einer der größten Kreditkarten-Emittenten in Deutschland.

Das Magazin nennt die Hanseatic Bank als möglichen Interessenten dafür. Der Konsumfinanzierer gehört zu 75 Prozent der französischen Société Générale und zu 25 Prozent dem Versandhändler Otto. Er hat sich Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Die Hanseatic Bank wolle in den nächsten Jahren einer der führenden Anbieter (...) von spezialisierten Konsumentenkrediten werden, heißt es auf der Homepage der Bank. Eine Hanseatic-Sprecherin wollte sich zu einem Interesse an Valovis nicht äußern. Auch die Valovis Bank äußerte sich nicht.

Mit der Übernahme durch den Einlagensicherungsfonds war der Weg für die Valovis Bank vorgezeichnet. Im Geschäftsbericht für 2012 ist von einem geordneten Rückbau der Bank die Rede. Die Eigentümer sind ja die Konkurrenten. Die haben wenig Interesse an einem Erhalt der Bank, sagte einer der Insider. Wieandt hat den Auftrag, Valovis bestmöglich zu verwerten. 2012 hat sie 74 (2011: 48) Millionen Euro Verlust erwirtschaftet, nachdem ein weiterer Kunde mit der Insolvenz des Versandhändlers Neckermann weggebrochen war.

Die Bank wird im Going-Concern zurückgebaut, strategische Handlungsoptionen hinsichtlich des Retailgeschäftes (...) werden geprüft und zur Entscheidungsreife gebracht, lautete der Auftrag im Geschäftsbericht. Das Factoring-Geschäft - den Kauf von Forderungen aus dem Handel - hat sie inzwischen aufgegeben. Zweites Standbein ist die Absatzfinanzierung. Sieben Prozent des Geschäfts entfällt noch auf Karstadt. Zudem ist die Valovis Bank, die zuletzt dem Mitarbeiter-Pensionsfonds von Karstadt gehört hatte, einer der größten Finanziers von Karstadt-Warenhausimmobilien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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