Milliardengewinn für 2016
Sparkassen stemmen sich gegen Minizinsen

Während viele Privatbanken Einbußen melden, liefern die Sparkassen gute Zahlen: Der Überschuss der rund 400 Institute beträgt zwei Milliarden Euro. Kunden müssen sich auf höhere Gebühren und weniger Filialen einstellen.
  • 23

FrankfurtDeutschlands Sparkassen haben trotz der Belastungen aus dem Zinstief 2016 ihren Überschuss stabil bei 2,0 Milliarden Euro gehalten. Der Vorsteuergewinn lag mit 4,8 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert. Im Vorjahr hatten die Sparkassen noch 4,9 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern erzielt, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Mittwoch in Frankfurt bilanzierte.

Und das, obwohl die Niedrigzinsen, so Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon, „zum ersten Mal deutlich sichtbar“ waren. In der Tat sank der für die Sparkassen entscheidende Zinsüberschuss um rund 800 Millionen Euro auf 22,2 Milliarden Euro – das sind drei Viertel der Erträge. Die Sparkassen verdienen vor allem, indem sie Kredite vergeben und Eigenmittel möglichst sicher anlegen. Fahrenschon geht auch für die Zukunft von „stark negativen Einschlägen beim Zinsergebnis“ aus.

Besonders teuer kommt die Sparkassen der Strafzins der Europäischen Zentralbank (EZB) zu stehen. Die EZB verlangt 0,4 Prozent, wenn Geschäftsbanken bei ihr über Nacht überschüssige Liquidität unterbringen. Sie will so die Kreditvergabe in der Euro-Zone ankurbeln. Die Sparkassen hat das im vergangenen Jahr 560 Millionen Euro gekostet – allein mit Blick auf die Mittel auf Girokonten und beim Tagesgeld, also der täglich fälligen Gelder.

An Firmenkunden und Kommunen mit hohen Einlagen reichen die Sparkassen den Negativzins von 0,4 Prozent bereits weiter – wie auch viele private und genossenschaftliche Banken. Von Minuszinsen für privat Kunden aber wollen sie absehen. „Negativzinsen für Sparer sehen wir weiterhin nicht“, sagte Fahrenschon, der eine neue Amtszeit ab Frühjahr 2018 anstrebt und auf eine Wiederwahl hofft. Die Sparkassen würden sich mit „ganzer Kraft“ dagegen stemmen, auch zu Lasten der eigenen Ertragslage.

Zugleich versuchen die Sparkassen, sich gegen die Folgen der Niedrigzinsen zu wappnen. Zum einen versuchen sie, mehr Geschäft zu machen – was ihnen im vergangenen Jahr bei Krediten an Unternehmen auch gelungen ist. Der Bestand an Firmenkrediten stieg, während sie an private Kunden etwas weniger neue Kredite vergaben. Zum anderen setzen die öffentlich-rechtlichen Häuser zusehends auf Einsparungen. Die Kosten würden vor allem da steigen, wo die Sparkassen sie nicht beeinflussen könnten, so Fahrenschon. Das gilt etwa für die stärkere Regulierung. Daher stünden „alle anderen Sachkostenbereiche umso stärker unter Sparzwang“, sagte Fahrenschon.

Seite 1:

Sparkassen stemmen sich gegen Minizinsen

Seite 2:

9000 Jobs weniger

Kommentare zu " Milliardengewinn für 2016: Sparkassen stemmen sich gegen Minizinsen "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Chris B.
    An der Meinung von Herrn Löwensteiner können wir glaube ich nichts ändern. Für ihn sind alle Banken Abzocker.
    Ich stehe da voll hinter Ihnen Chris... diese Menschen verstehen einfach nicht wie das ganze System funktioniert und das werden sie auch nie... Ich sag da nur "Bildung aus der Bild"

  • Herr Löwensteiner, eine Frage hätte ich noch an Sie. Bei was für einem Unternehmen arbeiten Sie denn? Wie verdienen Sie Ihr Geld? Nach Ihren Aussagen zum Thema Abzocke müssten Sie ja eigentlich umsonst arbeiten und von Luft und Liebe leben. Andernfalls kann Ihr Arbeitgeber ja nicht in der Lage sein zu überleben...

  • Und das sind die Gehaltszahlen von 2015, ich gehe davon aus, dass die Gehälter der Vorstände heute in 2017 höher liegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%