Millionen-Entschädigung
Merrill Lynch akzeptiert Vergleich wegen Diskriminierung

Eine Sammelklage schwarzer Börsenmakler gegen Merrill Lynch soll mit einem Millionen-Vergleich beendet werden. Laut Anwälten handelt es sich um eine der höchsten Entschädigungen wegen Diskriminierung.
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ChicagoNach Klagen von 1200 dunkelhäutigen Finanzberatern wegen Rassendiskriminierung hat sich die Investmentbank Merrill Lynch auf einen Vergleich über 160 Millionen Dollar (rund 120 Millionen Euro) eingelassen. Dies erklärte die Kläger-Anwältin Suzanne E. Bish am Mittwoch in Chicago. Nach ihren Worten handelt es sich um eine der höchsten jemals gezahlten Entschädigungssummen wegen Diskriminierung. Im Gegenzug soll ein Verfahren wegen der Ungleichbehandlung von schwarzen Börsenhändlern bei Merrill Lynch eingestellt werden.

Auch die "New York Times" sprach am Mittwoch von der größten Summe, die ein US-Unternehmen je wegen der rassistischen Diskriminierung von Mitarbeitern gezahlt habe. Afroamerikanische Börsenmakler werfen Merrill Lynch vor, sie bei Aufstiegschancen und Gehalt systematisch benachteiligt zu haben. Da das Einkommen von Provisionen abhängt, hätten sie deshalb nicht so viel verdienen können wie weiße Männer, argumentierten die Kläger. Außerdem soll die Bank bevorzugt weiße Makler eingestellt haben.

Merrill Lynch enthielt sich zunächst jeden Kommentars. „Wir kommentieren derzeit weder die Existenz eines Vergleichs noch den Status eines Vergleichs“, erklärte das Unternehmen, das 2009 von der Bank of Amerika gekauft worden war. Der Vergleich muss noch von einem Richter in Chicago genehmigt werden, um wirksam zu werden.

Das Verfahren lief bereits seit 2005. Der Hauptkläger George McReynolds hatte Merrill Lynch wiederkehrende Diskriminierung unterstellt. Hunderte weitere Kläger hatten sich ihm angeschlossen.

Anwältin Bish sagte, die Klage gegen Merrill Lynch solle helfen, Diskriminierung in der Finanzbranche insgesamt zurückzudrängen. Der Effekt solle „auf den Rest der Wall Street überspringen“.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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