Monte dei Paschi
Italienische Bank sucht nach Milliarden

Die italienische Bank Monte dei Paschi ist durch den Stresstest der Europäischen Zentralbank gefallen. Jetzt beschafft sich das Institut wohl frisches Kapital. Doch die Kapitallücke würde nur teilweise gestopft.
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MailandDie beim EZB-Stresstest durchgefallene Krisenbank Monte dei Paschi di Siena will Insidern zufolge mit der Ausgabe neuer Aktien ihre Kapitallücke verkleinern. Mit der Kapitalerhöhung wolle die Bank mindestens eine Milliarde Euro einnehmen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Sonntag.

Beim jüngsten EZB-Stresstest hatte das 1472 gegründete Geldhaus aus der Toskana von allen 130 europäischen Instituten am schlechtesten abgeschnitten. Kurzfristig muss es eine Kapitallücke von 2,1 Milliarden Euro schließen.

Die drittgrößte Bank Italiens hat bereits die US-Bank Citigroup und die Schweizer UBS beauftragt, strategische Optionen zu erarbeiten. Bis zum 10. November muss Monte dei Paschi einen Plan bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Schließung der Kapitallücke einreichen.

Erst im Juni hatte Monte Paschi ihr Kapital um fünf Milliarden Euro erhöht, um die Bilanz zu stärken und Staatshilfen zurückzuzahlen. Die Investoren, die sich damals an der Maßnahme beteiligt hätten, seien bereit, bei einer neuen Kapitalerhöhung Monte Paschis mitzuziehen, sagte der Insider.

Die Berater suchten zudem nach möglichen neuen Anlegern. Außerdem sei eine Fusion mit UBI Banca möglich. Ein UBI-Sprecher dementierte jedoch, dass es Gespräche mit Monte Paschi über ein Zusammengehen gebe. UBI ist die fünftgrößte Bank in Italien. Von Monte Paschi war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Für einen Zusammenschluss mit dem ältesten Geldhaus der Welt steht keines der großen italienischen Institute bereit. Die Regierung in Rom hofft auf eine Rettung mit privaten Geldern. Die Bank hatte vergangenes Jahr wegen fauler Kredite und fehlgeschlagener Derivategeschäfte bereits 4,1 Milliarden Euro an Staatshilfe benötigt.

Seit Bekanntwerden der Stresstest-Ergebnisse vor einer Woche sind Monte-Paschi-Aktien rund 40 Prozent eingebrochen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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