Monte dei Paschi
Italienische Bankenrettung – etwas für Wohlhabende

Die italienische Regierung hat beschlossen, der Krisenbank Monte dei Paschi mit Milliarden beizuspringen. Kleinanleger mit Bankanleihen sollen keine Verluste erleiden. Doch ganz so arm sind die geschützten Sparer nicht.
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RomDie italienische Regierung setzt alles daran, die Bankenbranche des Landes so zu stützen, dass Kleinsparer mit Bankanleihen keine Verluste erleiden. Doch „Kleinsparer“ scheint in diesem Fall recht relativ zu sein.

Denn eine Analyse der Nachrichtenagentur Bloomberg auf Basis von Daten der italienischen Notenbank zeigt: Nur 5,4 Prozent der italienischen Haushalte besitzen Bankanleihen. Und diese Haushalte verfügen im Mittel über ein mehr als doppelt so großes Vermögen wie der nationale Durchschnittshaushalt.

Das italienische Regierungskabinett hatte in der Nacht auf Freitag zugestimmt, bis zu 20 Milliarden Euro in die Stabilisierung des Finanzsektors zu stecken, nachdem die drittgrößte Bank des Landes – Banca Monte dei Paschi di Siena – mit dem Versuch gescheitert war, neue Investoren für eine dringend benötigte Kapitalerhöhung in Höhe von fünf Milliarden Euro zu finden. Die Regierung hat versprochen, dass Kleinsparer als Folge von Bankenrettungen keine finanziellen Einbußen befürchten müssen.

Doch die Berechnung von Bloomberg lässt Zweifel an dem Argument aufkommen, dass die Stabilisierung der Banken vor allem zum Schutz von Rentnern und Familien erfolgen müsse. EU-Regeln sehen eigentlich vor, dass die Besitzer von nachrangigen Anleihen Verluste hinnehmen müssen, bevor – unter besonderen Umständen – öffentliche Mittel zur Stützung von Banken aufgebracht werden dürfen.

„Es gibt den Hang in Italien, das emotionale Argument des Schutzes von Rentnern, Witwen und Waisen anzuführen, während in Wahrheit Leute geschützt werden, die das nicht verdient hätten“, sagt Nicolas Veron vom Brüsseler Think Tank Bruegel. „Den Wettbewerbsexperten der Europäischen Kommission ist das sehr wohl bewusst. Aber in Italien ist das im Prinzip ein Tabu.“

Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan hatte am Mittwoch vor dem Parlament versichert, dass es „maximalen Schutz für Kleinsparer“ geben werde, die Bankanleihen besitzen. Das Büro von Ministerpräsident Paolo Gentiloni bestätigte diese Woche, dass das Ziel sei, „Sparer zu schützen“.

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Rettung für die Top-12-Prozent?

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  • @Rainer von Horn

    Wie kommen Sie nur darauf, dass man bei den Abwicklungsregeln vorhatte, diese einzuhalten?

    Ich kenne keine Vereinbarung und keinen Vertrag im Zusammenhang mit dem Euro, der je eingehalten worden wäre. Warum sollte das ausgerechnet bei dem kranken Versuch, per Bankenunion den Euro retten zu wollen, anders sein?

    Je mehr und rücksichtsloser Staaten wie Italien, Frankreich, Griechenland, um nur einige zu nennen, ihre eigenen Interessen gegen die Verträge durchsetzen, desto früher bricht das Kartenhaus zusammen. Und das wünsche ich mir in der Tat. Denn nur dann, wenn der dummdeutsche Wähler erkennt, welchen Scharlatanen und selbstherrlichen Berufspolitikern er aufgesessen ist und er die Folgen zu tragen hat, haben wir eine Chance, dass diese verfluchten Gesinnungstäter (sogenannte Gesinnungsethiker von Verantwortungsethikern abgelöst werden können.

    Es gab in der WiWo dieser Tage einen Artikel, in dem zu Gesinnungsethikern eine Meinung geäußert wurde, wonach von 10 Gesinnungsethikern 9 Windbeutel sind.

    Lassen wir den Windbeuteln die Luft raus.

  • @Moritz J. Müller
    Sie haben es nicht kapiert. Die Reichen sollen mit der Rettung durch den italienischen Staat, der sein Geld letztendlich von Mario Draghi und also uns bekommt, eben nicht in Haftung kommen.

  • @Frau Lana Ebsel. Spareinlagen sind Europaweit bis zu einem Betrag von € 100.000,- gedeckt. Heist hierfür kommt der Steuerzahler auf. Bankenrettung findet nur statt um den Reichen ihre einlagen zu sichern. Und diejenigen die in hochverzinsten Anleihen investiert haben, haben eben das Risiko, welches damit einher geht, nicht bedacht.

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