Mutterkonzern von Hypo-Vereinsbank
Unicredit mit Milliarden-Verlust wegen fauler Kredite

Die italienische Großbank Unicredit hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 11,8 Milliarden Euro verbucht. Die Mutter der Münchner HypoVereinsbank musste vor allem Abschreibungen auf faule Kredite wegstecken.
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MailandDie italienische Großbank Unicredit hat im Schlussquartal 2016 einen Nettoverlust von 13,6 Milliarden Euro verbucht. Im Gesamtjahr blieb ein Minus von 11,8 Milliarden Euro hängen, wie die Mutter der Münchner Hypo-Vereinsbank am Donnerstag mitteilte. Schon vor einer Woche hatte die Unicredit vor einem Verlust in dieser Größenordnung gewarnt.

Der Konzern musste für Abschreibungen auf faule Kredite und Rückstellungen zwischen Oktober und Dezember fast zehn Milliarden Euro in die Hand nehmen. „2016 war ein Schlüsseljahr für Unicredit“, sagte Konzernchef Jean-Pierre Mustier. Vor kurzem lief die größte Kapitalerhöhung in der Geschichte des Landes über 13 Milliarden Euro an.

Mustier will damit den Abbau der Problem-Darlehen finanzieren und das Institut fit für die Zukunft machen Die Großbank ächzt angesichts der Wirtschaftsschwäche in Italien unter einem Berg fauler Kredite. Auch anderen Banken im Land geht es schlecht, das Traditionshaus Monte dei Paschi di Siena muss sogar vom Staat gestützt werden.

Die harte Kernkapitalquote von Unicredit betrug Ende Dezember nur rund acht Prozent. Dies liegt nicht nur weit unter den Werten der europäischen Konkurrenz, sondern auch unter den Vorgaben der Europäischen Zentralbank. Diese für die Finanzkraft wichtige Kennziffer soll allerdings mit Abschluss der Kapitalerhöhung auf 11,15 Prozent steigen.

Die Kapitalerhöhung ist die größte in Europa seit 2010. Mustier muss sich dabei keine Sorgen machen, die neuen Aktien loszuschlagen. Denn die beteiligten Banken haben die Emission garantiert. Sie würden also übrigbleibende Papiere in die eigenen Bücher nehmen.

Der seit Juli als Chef amtierende Mustier hat in den vergangenen Monaten mit Beteiligungsverkäufen Milliarden eingesammelt, um die Kapitalerhöhung so klein wie möglich zu halten. Auch die Hypo-Vereinsbank muss ihren Beitrag dazu leisten. Sie soll - neben ihrem Gewinn für 2016 - eine Sonderdividende von drei Milliarden Euro an den Eigentümer ausschütten. Insgesamt rechnet Mustier in diesem Jahr mit 4,1 Milliarden Euro von den Tochtergesellschaften.

Der Franzose dreht auch an der Sparschraube. Am Wochenende hat er sich mit Gewerkschaften auf den Abbau von 3900 Jobs allein in Italien geeinigt. Demnach sind die Verhandlungen in Italien, Deutschland und Österreich abgeschlossen. Bis 2019 sollen insgesamt 14.000 Stellen wegfallen. „Im Tagesgeschäft haben wir uns 2016 wacker geschlagen“, versicherte Mustier. Dazu hätten die Einsparungen beigetragen. Während Unicredit die Erträge im Gesamtjahr stabil halten konnte, fielen sie allerdings im Schlussquartal verglichen zum Vorjahreszeitraum um annähernd elf Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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