Nach Datenkauf-Affäre
Debeka kontrolliert Mitarbeiter strenger

Deutschlands größte private Krankenversicherung will künftig ihre Mitarbeiter besser beobachten. Damit zieht sie Konsequenzen aus der Affäre um den Datenankauf angehender Beamter durch ihre Vertriebsmitarbeiter.
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FrankfurtDer Krankenversicherer Debeka zieht Konsequenzen aus der Affäre um den Ankauf von Daten angehender Beamter durch ihre Vertriebsmitarbeiter. Deutschlands größte private Krankenversicherung will ihrer Belegschaft künftig genauer auf die Finger schauen, wie sie am Dienstag ankündigte. „Auch die Geschäftsprozesse im Rahmen der Kundengewinnung werden überarbeitet“, teilte das Koblenzer Unternehmen mit. Schon die Kontaktaufnahme zu möglichen Kunden soll künftig schriftlich erfasst werden. Damit sollen die 9.000 Außendienstmitarbeiter nachweisen, dass sie alle Datenschutzbestimmungen eingehalten haben.

Debeka-Mitarbeiter hatten nach Unternehmensangaben in den 1980er und 90er Jahren massenhaft Adressen potenzieller Kunden gekauft. Sie hatten es dabei vor allem auf Beamtenanwärter abgesehen, die wichtigsten Kunden der Krankenkasse. Die Debeka bestreitet aber, dass das Unternehmen davon gewusst habe. Versicherungsvertreter hätten die Daten auf eigene Rechnung erworben und untereinander verteilt, hatte Vorstandschef Uwe Laue im November eingeräumt. Auch jetzt spricht die Debeka von „Vorwürfen gegen einzelne Mitarbeiter“, die die Regeln zum Datenschutz verletzt hätten.

In der Konzernrevision der Debeka soll künftig eine eigene Einheit strafbare Handlungen verhindern oder aufdecken. Die Abteilung für Datenschutz und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen wird aufgestockt, statt regionaler Revisoren soll es 26 bundesweite „Beauftragte für Qualitätsmanagement und Datenschutz“ geben“.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ermittelt intern weiter bei der Debeka. Auch die Finanzaufsicht BaFin und der Datenschutzbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz sowie die Staatsanwaltschaft Koblenz untersuchen mögliche Konsequenzen.

Von den 2,2 Millionen Debeka-Krankenversicherten sind 1,87 Millionen Beamte und deren Angehörige. Das Unternehmen kommt damit auf einen Marktanteil von 25 Prozent in der privaten Krankenversicherung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Datenkauf-Affäre: Debeka kontrolliert Mitarbeiter strenger"

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  • Zufälig, kam ich in den Genuss wie eine mittlererweile ausgeschiedene (Kampfhunde)liebhaberin und Vermittlerin der DEBEKA gearbeitet (aufgeschwatzt hat...) furchrerregend... Das Schlimme, die Kunden sind ihr aufgesessen und haben heute enorme Probleme... die DEBEKA weigert sich zum Schadenersatz. Und nun? wird Sie den Kunden den Verlust der Alterungsrückstellungen ersetzen? Wohl eher nicht!

    PS: Herr "Thorwald Moeller" schwacher Beitrag, subjektiv eingefärbt und himmelhochschreiend falsch! So nicht!

  • Dem kann ich mich nur anschließen. Ein Unternehmen mit 17.000 Mitarbeitern hat auch schwarze Schafe und ist eben auch ein Querschnitt der Gesellschaft wie jedes andere Unternehmen auch!

    Verwunderlich ist, das es nach wie vor scheinbar keinen neuen Fall gibt der in den Medien bekannt wurde. Angesichts des Hype der um die Geschichte gemacht wird ist das doch mehr als verwunderlich bzw. ein deutliches Zeichen.

    Generell ist ja auch die Frage welcher Schaden den Anwärter entstanden ist, falls seine Daten auf unlauteren Wege weitergeleitet wurden. Ich Arbeite schon länger in der Branche als Makler und muss sagen, wenn ein Anwärter zur Debeka geht isst allemal besser als wenn er zu Papis Pfefferminziavertreter läuft und dort eine im Vergleich zur Debeka überteuerte und leistungsschwächere PKV ausgeschwatzt bekommt - was im Beamtenbereich auf viele Anbieter zutrifft..

  • DIE Debeka hat schon immer sauber gearbeitet. Einzelne Mitarbeiter haben vielleicht Verfehlungen begangen. Aber mal ehrlich, wenn einige wenige Mitarbeiter des Handelsblatts betrunken Auto fahren, ist dann das Handelsblatt ein Hort von Alkoholikern?

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