Nach deutlichem Einbruch
Deutsche Bank erwartet wieder starkes ETF-Wachstum

Sollte sich das Marktumfeld nicht verändern, rechnet die Deutsche Bank mit einem ETF-Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent. Woher die optimistische Prognose kommt, erklärt Thorsten Michalik, der Leiter des Geschäfts.
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FrankfurtDie Deutsche Bank erwartet nach einem deutlichen Einbruch im vergangenen Jahr für 2012 wieder ein stärkeres Wachstum des europäischen Markts für börsennotierte Indexfonds (ETFs). „Sollte das Marktumfeld so bleiben, wie es ist, gehen wir branchenweit in Europa von einem Wachstum von 15 bis 20 Prozent beim verwalteten Vermögen aus“, sagte Thorsten Michalik, der das ETF-Geschäft der Deutschen Bank leitet, am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Das entspricht etwa 25 bis 30 Milliarden Euro.“

Michalik begründet die im Vergleich zum Vorjahr optimistische Wachstumsprognose für 2012 damit, dass regulatorische Unwägbarkeiten in naher Zukunft aus dem Weg geräumt würden. Die EU-Finanzaufsichtsbehörde ESMA will im Januar neue Richtlinien für börsennotierte Indexfonds und andere Investmentfonds erlassen. Diese sollen unter anderem die Geschäfte betreffen, welche die Fonds innerhalb ihrer Portfolios eingehen dürfen.

Mit diesen Regeln will die ESMA vor allem Privatanlegern helfen, die Produkte besser zu verstehen. „Im Zusammenhang mit diesen neuen Regeln werden Investoren erkennen, dass ETFs vielfach schon deutlich transparenter sind als klassische Investmentfonds“, sagte Michalik. „Daher werden sie verstärkt börsennotierte Indexfonds einsetzen.“

2011 ist der europäische ETF-Markt der Deutschen Bank zufolge um ein Prozent auf 229,5 Milliarden Euro geschrumpft. Die Finanzmarktprobleme dämpften das ETF-Branchenwachstum von zwei Seiten: Zum Einen hat die Unsicherheit - vor allem im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise - dazu geführt, dass die Kurse von Aktien und anderen Wertpapieren gesunken sind. Dieser Preiseffekt hat die Volumina von ETFs, denen diese Papiere zugrunde liegen, geschmälert. Zum anderen haben Anleger wegen der Unsicherheit in der zweiten Jahreshälfte nahezu nichts mehr investiert. Zahlen der Deutschen Bank zufolge war 2011 das erste Jahr, in dem der europäische ETF-Markt geschrumpft ist.

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