Nachfolge von Wolfgang Kirsch
DZ Bank setzt auf Doppelspitze

Die Fusion von DZ Bank und WGZ ist geglückt, nun wird an den Strukturen gefeilt. Das zieht Kreise im Lager der Genossenschaftsbanken: Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Kirsch geht Ende 2018, eine Doppelspitze kommt.
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FrankfurtDie DZ Bank bekommt von 2019 an eine Doppelspitze und bereitet sich damit auf eine neue Konzernstruktur vor. Wolfgang Kirsch geht Ende 2018 als Vorstandschef des Spitzeninstituts der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken mit dann 63 Jahren in Ruhestand, wie die DZ Bank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Er hatte seine bisher elfjährige Amtszeit mit dem Zusammenschluss mit der kleineren Schwester WGZ Bank gekrönt, der nach mehreren vergeblichen Anläufen 2016 gelang. Die DZ Bank ist seither Deutschlands zweitgrößte Geschäftsbank. An Kirschs Stelle rücken in eineinhalb Jahren der Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich (56), und DZ-Bank-Finanzvorstand Cornelius Riese (42).

Fröhlich wechselt bereits zum 1. November als Generalbevollmächtigter von Berlin nach Frankfurt. Sein Schritt ist ungewöhnlich, vertritt der BVR doch die Eigentümer der DZ Bank, die Volks- und Raiffeisenbanken. Riese war 2013 zum Finanzvorstand der DZ Bank aufgestiegen. Die Aufgabenverteilung im künftigen Vorstand weist bereits auf die neue Struktur hin, die sich das Institut geben will. Während sich Fröhlich um die Ausgestaltung des eigenen Geschäfts und der Zentralbank-Funktion für den genossenschaftlichen Bankenverbund widmen solle, werde Riese für die Holding-Funktion als Eigentümer von Töchtern wie der R+V Versicherung, der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der VR Leasing zuständig sein.

Die Genossenschaftsbanken hatten mehr Transparenz gefordert, womit die DZ Bank eigentlich ihr Geld verdient. Einen Beschluss zur Aufspaltung des Spitzeninstituts traf der Aufsichtsrat am Dienstag noch nicht. In den nächsten zwei Jahren sollen zunächst nur die Verantwortlichkeiten für Geschäftsbank- und Holding-Aufgaben getrennt werden, aber innerhalb der bestehenden DZ Bank AG. Eine Neuordnung mit einer Holding, unter der das eigentliche Bankgeschäft und die Beteiligungen angesiedelt werden, soll erst 2020 in Angriff genommen werden. „Die juristische Ausgestaltung erfordert eine umfassende Vorbereitung und Prüfung“, erklärte das Gremium. Bis zur Umsetzung könnten weitere drei Jahre vergehen.

Fröhlich war Anfang 2008 von der Berliner Volksbank zum BVR gekommen und noch im gleichen Jahr zum Präsidenten aufgerückt. Die Genossenschaftsbanken hatten die Finanzkrise ohne fremde Hilfe überstanden. Seine Nachfolgerin beim BVR kommt ebenfalls von der Berliner Volksbank. Marija Kolak war dort vor gut einem Jahr Vorstand geworden, nachdem sie von 2012 bis 2015 für das Marketing des BVR verantwortlich zeichnete. Zum 1. Januar 2018 kehrt die Diplom-Kauffrau zu dem in Berlin ansässigen Verband zurück.

Kirschs Vertrag war erst während der Fusionsverhandlungen mit der WGZ Bank bis 2020 verlängert worden. In den kommenden eineinhalb Jahren hat er noch einige Aufgaben zu lösen: von der Fusion der Immobilienfinanzierer DG Hyp und WL Bank bis zum Umbau der Leasing-Tochter VR Leasing.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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