Österreichische Bank
Hypo Alpe Adria verkauft Tochter an indische Holding

Die kriselnde Hypo Group Alpe Adria verkauft ihre österreichische Tochter HBA an die indische Anadi Financial Holdings. Damit erfüllt das Geldinstitut eine Forderung der EU.
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WienDie österreichische Tochter der kriselnden Bank Hypo Group Alpe Adria wird an eine indische Holding verkauft. Die Anadi Financial Holdings Pte. Ltd. übernehme alle Anteile der Hypo Alpe Adria in Österreich (HBA) für 65,5 Millionen Euro, der Vertrag sei am Freitag unterschrieben worden, teilte die HGAA am Nachmittag mit. Das ist deutlich weniger als der Buchwert. Der Deal wurde an dem Tag bekannt, an dem Österreich eine überarbeitete Version des bisherigen Sanierungsplans für die Krisenbank nach Brüssel schicken musste. Regierungskreise wollten sich nicht zu Details äußern. Ein Sprecher des EU-Wettbewerbskommissars sagte lediglich: „Wir stehen derzeit mit den österreichischen Behörden in Kontakt.“

Der Teilverkauf der 2009 von Österreich notverstaatlichten ehemaligen BayernLB-Tochter ist Teil der von der EU geforderten Restrukturierung und Privatisierung. Die südosteuropäischen Töchter der Bank blieben zunächst beim Mutterkonzern Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, sagte eine Sprecherin am Freitag. Für sie laufe aber auch der Verkaufsprozess.

Brüssel hatte im Gegenzug für milliardenschwere Staatshilfen auf einen raschen Verkauf der Töchter gedrängt. Auch von den Geschäften in Südosteuropa und Italien soll sich Hypo Alpe Adria nach dem Willen der EU trennen. Während der Staat Österreich sich von einem Verkauf der Balkan-Tochter einen hohen Preis erhofft, gilt das Italien-Geschäft derzeit als nicht verkaufbar.

Hauptstreitpunkt zwischen Österreich und der EU-Kommission ist der Zeitplan für die Sanierung der Bank, die milliardenschwere Staatshilfen erhalten hat. Für Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia schreitet die Sanierung zu langsam voran. Er hatte der Bank Anfang März sogar mit der Schließung gedroht. Das Institut hat dagegen wegen schwieriger Marktbedingungen um mehr Zeit gebeten, um Geschäftsteile zu verkaufen. Das Finanzinstitut gehört seit der Verstaatlichung Ende 2009 der Republik Österreich. Sie hatte die Bank übernommen, weil die frühere Mutter BayernLB kein Geld mehr in das am Rande der Pleite stehende Institut pumpen wollte.

Hypo-Aufsichtsratschef Johannes Ditz bezifferte am Mittwoch die Kosten für eine Sanierung insgesamt auf knapp fünf Milliarden Euro. Im laufenden Jahr benötige die Bank nach den bereits geflossenen 2,2 Milliarden voraussichtlich 700 Millionen bis eine Milliarde Euro, hatte Ditz im ORF gesagt. Die durch die strengeren Kapitalregeln nötigen Staatshilfen für das laufende Jahr hat Finanzministerin Maria Fekter bereits weitgehend in ihrem Budget berücksichtigt. Wie viel Geld der Staat darüber hinaus noch in das marode Geldhaus stecken muss, hängt maßgeblich von den Verhandlungen über den Sanierungsplan mit der EU-Kommission ab.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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