Österreichische Großbank
Raiffeisen will Staatshilfen teilweise zurückzahlen

Die österreichische Raiffeisen Bank International will seine Staatshilfen offenbar teilweise zurückzahlen. Die Bank hatte während der Krise 2,5 Milliarden Euro erhalten, die Hälfte soll jetzt zurückgezahlt werden.
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WienDie österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) will Aufsichtskreisen zufolge die in der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfen nun schrittweise zurückzahlen. Nach langen Verhandlungen mit der Finanzmarktaufsicht und der Notenbank (OeNB) plant die Bank nun die Rückzahlung von 1,25 Milliarden Euro, wie zwei mit der Situation vertraute Personen am Montag zu Reuters sagten. Insgesamt hatte das Institut Hilfsgelder in Höhe von 2,5 Milliarden Euro erhalten. 1,75 Milliarden Euro davon stammen vom Staat - der Rest von privaten Investoren.

„Es wurde ein neuer Antrag auf Rückzahlung des Partizipationskapitals in Höhe von 1,25 Milliarden Euro eingebracht“, sagte ein Insider. Raiffeisen und Bankenaufsicht wollten sich dazu nicht äußern. „Wir führen aktuell Gespräche mit der Finanzmarktaufsicht. Es handelt sich hierbei um ein laufendes Verfahren, das wir weiter nicht kommentieren können“, sagte ein Bank-Sprecher.

Ursprünglich wollte Raiffeisen die gesamte Summe schon Mitte März zurückzahlen. Um das zu finanzieren, hatte sich die Bank im Januar über eine Kapitalerhöhung knapp drei Milliarden Euro von Investoren geholt. Bisher standen die Aufseher bei der Genehmigung der Rückzahlung aber auf der Bremse.

Ein Insider nannte als möglichen Grund dafür den bevorstehenden Banken-Stresstest sowie den Konflikt um die Zukunft der ukrainischen Halbinsel Krim. Die Raiffeisen-Tochter Bank Aval zählt zu den fünf größten Banken in dem osteuropäischen Land. Ihren geplanten Verkauf hatte das Institut kürzlich auf Eis gelegt. Die Notenbanker fordern, dass die Eigenkapitalquote der Raiffeisen nicht unter 14,2 Prozent sinkt. Mit der Rückzahlung der gesamten Staatshilfen wäre der Polster zu dünn geworden, bei 1,25 Milliarden Euro sollte es gelingen, sagte ein anderer Insider.

Raiffeisen-Aktien verloren an der Wiener Böse 1,4 Prozent auf 22,30 Euro, während der Leitindex ATX nur leicht im Minus lag und der European Banking Index ein halbes Prozent zulegte.

Raiffeisen hatte die Staatshilfen 2009 erhalten. Da der Staat für die Hilfsgelder hohe Zinsen bekommt, will das Institut das Geld so rasch wie möglich zurückzahlen. Darüber hinaus gelten die Staatshilfen nach den strengeren Kapitalvorschriften künftig nicht mehr als hartes Kernkapital. Der Staat hatte auch anderen großen Banken wie der Erste Group unter die Arme gegriffen. Das Spitzeninstitut der Sparkassen hatte die Hilfen bereits vergangenes Jahr zurückbezahlt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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