Österreichs Banken
Von Osteuropa spürbar beflügelt

Der österreichische Bankensektor überzeugt in diesen Tagen. Die Raiffeisen Bank präsentiert den höchsten Quartalsgewinn seit Jahren, die Erste Group legt ebenfalls starke Zahlen vor. Und die Aussichten bleiben sehr gut.
  • 1

WienEin strahlender Showmaster war Johann Strobl noch nie. Der neue Chef der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI) konnte bei der Vorlage der Bilanz am Donnerstag seinen Stolz dennoch nicht unterdrücken. In nüchterner Manier verkündete der frühere Risikovorstand der auf Osteuropa spezialisierten Bank den höchsten Konzerngewinn seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt.

Raiffeisen konnte sein Ergebnis im ersten Halbjahr mit 587 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 236 Millionen Euro) mehr als verdoppeln. „Unser erstes Halbjahr ist besser als erwartet“, sagte Strobl mit dem für ihn typischen Understatement. „Besonders freue ich mich über die Ergebnisbeiträge aus Ungarn und der Ukraine. In Polen zeigt unser Optimierungsprogramm bereits erste Erfolge.“

Raiffeisen profitiert vom Wirtschaftsaufschwung in Osteuropa. „Die anhaltend starke Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa hat dazu beigetragen, dass sich unsere Risikokosten deutlich besser entwickelt haben als von uns erwartet", erklärte Strobl. Zum Ende der ersten sechs Monate lag der Anteil der notleidenden Kredite am gesamten Darlehensvolumen nur noch bis 7,3 Prozent. „Es gibt eine sehr erfreuliche Entwicklung der Risikokosten“, sagte Finanzvorstand Martin Grüll.

Ursprünglich sollte das Ziel von unter acht Prozent erst Ende des Jahres erreicht werden. Der wichtigste Auslandsmarkt für Raiffeisen ist traditionell Russland. Die Bank ist neben Österreich in 14 weiteren Ländern mit insgesamt 16,5 Millionen Kunden präsent. Die Aktie legte am Donnerstagnachmittag um ein knappes Prozent auf 25,50 Euro zu.

Bereits zuvor hatte die ebenfalls auf Osteuropa spezialisierte österreichische Bank Erste Group gute Zahlen vorgelegt. Auch das Wiener Geldhaus profitiert vom Abbau fauler Kredite und sieht sich bei der Sanierung auf dem richtigen Weg. Vorstandschef Andreas Treichl strotzte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen zuletzt vor Zuversicht. Zwar lag das Nettoergebnis im zweiten Halbjahr trotz eines kräftigen Wachstums bei den Krediten (plus 6,7 Prozent) und eines noch stärkeren Anstiegs der Einlagen (plus 11,6 Prozent) bei nur knapp 363 Millionen Euro. Es übertraf damit aber die Erwartungen der Analysten.

Seite 1:

Von Osteuropa spürbar beflügelt

Seite 2:

Gute Zahlen stärken Kanzler Kern

Kommentare zu " Österreichs Banken: Von Osteuropa spürbar beflügelt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die alten Verbindungen sind wieder erfolgreich. Europa wird nicht von Frau Dr. Merkel regiert. Die alten kulturellen Kräfte leben auch in der Wirtschaft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%