Oppenheim-Esch-Fonds
Deutsche Bank baut Altlasten ab

Eine der größten Klagen in Sachen Oppenheim-Esch-Fonds ist vom Tisch: Sal. Oppenheim und die Familien Deichmann und Kreke haben einen Vergeich geschlossen. Es laufen aber noch weitere Verfahren.

DüsseldorfEs war ein langes Ringen. Zum ersten Mal hatten sich die Vertreter der Familie des Schuhunternehmers Deichmann mit den Bankanwälten Ende 2012 vor dem Landgericht Bonn getroffen. Die Deichmanns hatten die Bank Sal. Oppenheim verklagt, außerdem die Sparkasse Köln Bonn und eine Firma des Troisdorfer Immobilienunternehmers Josef Esch. Es ging um zahlreiche Oppenheim-Esch-Fonds, in die sie investiert hatten. Auf 165 Millionen Euro summierte sich die Forderung. Umgekehrt verlangte Sal. Oppenheim, die heutige Tochter der Deutschen Bank, von den Deichmanns rund 60 Millionen Euro. Wegen ausstehender Darlehenszahlungen hatte die Bank mit Widerklage geantwortet.

Nun ist der langjährige Streit beendet – mit einem Vergleich. Damit ist – gemessen am Streitwert – eine der größten Klagen in Sachen Oppenheim-Esch erledigt. Neben den Deichmanns hat sich die Unternehmerfamilie Kreke (Douglas) geeinigt. Beide Kläger haben das Streitende gegenüber der „Wirtschaftswoche“ bestätigt, Sal. Oppenheim kommentierte den Vorgang nicht.

Die Oppenheim-Esch-Fonds stammen aus einer Zeit, als das Bankhaus Sal. Oppenheim eng mit dem Immobilienunternehmer Josef Esch aus Troisdorf zusammengearbeitet hat. Rund 70 Fonds sind in dieser Zeit aufgelegt worden. Die meist hochvermögenden Kunden der Bank fragten die Fondsbeteiligungen rege nach, weil sie gute Renditen und hohe Steuervorteile versprachen. Zunächst hatte Immobilienentwickler Esch sich vor allem auf Projekte konzentriert, deren Mieten durch die öffentliche Hand abgesichert waren. In Köln etwa sind die Messehallen und die Lanxess-Arena sowie das technische Rathaus in der Hand solcher Fonds.

Große Probleme ergaben sich später, als zahlreiche Warenhäuser des Karstadt-Konzerns aus dem Unternehmen herausgelöst und in Fonds gepackt wurden. Der später unter dem Namen Arcandor firmierende Konzern geriet in wirtschaftliche Schieflage und konnte die hohen Mieten nicht mehr zahlen. Die Renditeprognosen waren damit hinfällig, und viele Investoren mussten erkennen, dass die Versprechungen nicht zu halten waren.

Die Kläger machten vor Gericht unter anderem geltend, dass die Bank sie über das unternehmerische Risiko der Anlagen nicht ausreichend aufgeklärt habe. Außerdem hätten die Initiatoren hohe weiche Kosten verursacht, ohne darüber zu informieren. Im Ergebnis hätten Bank und Esch in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Mit den beiden Vergleichen ist das Kapitel allerdings noch lange nicht abgeschlossen. Bekannt ist, dass neben Kreke und Deichmann bereits die beiden Anleger Thomas Pachmann und Axel Pfeil eine für sie günstige Einigung erzielt haben, jeweils sollen sie ihr Investment von rund sechs Millionen Euro zurückerhalten haben, berichten Insider.

In anderen Fällen gibt es noch keine Lösung. Der Maxdata-Gründer Holger Lampatz – in seinem Fall geht es um rund 180 Millionen Euro – tritt demnächst vor Gericht gegen die Bank an. Seine Aussichten sind gut, der Fall liegt beim Landgericht in Köln. Dort haben die Richter bislang klägerfreundlich geurteilt.

In Köln liegen auch zwei Fälle mit einem noch größeren Kaliber: So verklagt die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz die Bank auf insgesamt zwei Milliarden Euro Schadensersatz. Ihre zwei Oppenheim-Esch-Fondsbeteiligungen machen mit rund 100 Millionen Euro allerdings nur einen Bruchteil des Betrags aus. Außerdem hoffen die vielfach beteiligten Eheleute Thomas und Cornelie Middelhoff auf einen finanziellen Befreiungsschlag.

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