Paypal-Konkurrent
Paydirekt startet „ohne Big Bang“

Der erste Einkauf über das neue Bezahlverfahren im Internet, Paydirekt, ist geglückt: Eine Dartscheibe hat den Eigentümer gewechselt. Dennoch will Paydirekt erst bis Ende des Jahres am Markt präsent sein.
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Düsseldorf 

Das neue Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken, Paydirekt, tastet sich langsam in den Live-Betrieb vor. Nach dem Start der Pilotphase mit der Münchner Hypovereinsbank (HVB) Anfang dieser Woche sollen in den nächsten Wochen nach und nach weitere Banken und Händler dazukommen, wie Paydirekt-Geschäftsführer Niklas Bartelt am Dienstag in Frankfurt ankündigte.

„Wir wollen technisch sauber sein und das können wir nicht, wenn wir einen Big Bang machen. Deswegen werden wir das kontrolliert nach oben fahren.“ Die erste Transaktion konnte Paydirekt am 17. August um 10.46 Uhr verbuchen: Beim HVB-Testpartner, dem Online-Händler D-Living wurde eine Dartscheibe auf diesem Weg bezahlt.

Auf einen genauen Starttermin wollte sich Paydirekt nicht festlegen. Bartelt betonte jedoch: „Wir werden Ende des Jahres am Markt sein.“ Das gelte zumindest für die Banken, die von Anfang an dabei waren, also Privatbanken wie Deutsche Bank und Postbank, Commerzbank und Comdirect, HVB sowie die Volks- und Raiffeisenbanken. Die Sparkassen waren erst später aufgesprungen.

Der Genossenschaftsverband BVR hatte zuletzt von November als Starttermin gesprochen. Bei vielen Sparkassen, die sich erst im Frühjahr für eine Beteiligung an den Projekt entschlossen, wird sich die Anbindung allerdings bis nächstes Jahr hinauszögern. Mehrere Händler, Banker und Experten hatten dies als „Stotterstart“ kritisiert.

Wißmann und sein Geschäftsführer-Kollege Niklas Bartelt sehen das langsame Hochfahren dagegen positiv. Die Reaktionen der ersten Kunden seien wichtig, um Schwächen abzustellen und bis Ende des Jahres einen stabilen und einfachen Online-Bezahldienst anbieten zu können. Mittelfristig sollen 50 Millionen deutsche Girokonten angeschlossen werden.

Paydirekt ist mit ihnen im Gegensatz zu PayPal direkt verbunden. Die meisten Online-Käufe können Kunden freigeben, in dem sie einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben. Die fälligen Beträge werden von dem hinterlegten Girokonto abgebucht. „Wir haben den Fokus auf Einfachheit und Bequemlichkeit gelegt“, sagte Bartelt. Er wirbt zudem damit, dass Paydirekt die Transaktionsdaten im Gegensatz zu anderen Online-Bezahldiensten nicht weiterverkauft.

Mit dem Angebot wollen die deutschen Banken der ehemaligen Ebay-Tochter PayPal Kunden abjagen. Paydirekt gehört den Geldhäusern und wird von ihnen bezahlt. Die Gebühren, die Händler bei Käufen über Paydirekt bezahlen müssen, müssten sie mit den einzelnen Banken aushandeln, sagte Bartelt. Das sei eine zentrale Forderung der Wettbewerbshüter gewesen. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Paydirekt billiger sein wird als PayPal, um möglichst viele Händler für sich zu gewinnen.

Auf Händlerseite gebe es viele Gespräche mit Interessenten, sagte Bartelt. „Wir werden sicher nicht jeden Händler bis zum Jahresende angebunden haben, aber unser Ziel ist schon, ein attraktives Portfolio anzubieten.“ Letztlich für Paydirekt freigeschaltet werden sollen Händler, die mit allen teilnehmenden Banken zusammenarbeiten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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