Portugals Problembank
Verkauf der Novo Banco gescheitert

Novo Banco musste mit fünf Milliarden Euro von Portugal gerettet werden. Nun soll die Notenbank in Lissabon das Kriseninstitut verkaufen. Doch die Verhandlungen mit den Interessenten sind gescheitert.

LissabonPortugal wird seine Krisenbank Novo Banco vorerst nicht los. Nach gescheiterten Verhandlungen mit ausländischen Bietern gab die Notenbank in Lissabon am Dienstag das vorläufige Ende des Verkaufsprozesses bekannt. Dieser werde neu gestartet, wenn sich die Bedingungen verbessert hätten. Die bislang vorliegenden Offerten waren der Zentralbank zu niedrig.

Gespräche mit dem chinesischen Mischkonzern Fosun International und dem US-Finanzinvestor Apollo in der vergangenen Woche seien gescheitert, sagten mit dem Prozess vertraute Personen. Das höchste Gebot hatte der chinesische Versicherungskonzern Anbang auf den Tisch gelegt, mit dem die Verhandlungen aber bereits früher ergebnislos beendet wurden.

Die Zentralbank verwies auf eine Reihe von Unsicherheiten, die den Verkauf erschwerten. Dazu zählte sie auch die neuen Kapitalanforderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) für Geldhäuser in der Euro-Zone. Diese sollen einem Insider zufolge in zwei bis drei Monaten bekannt sein. Der Verkaufsprozess für Novo Banco solle Ende 2015 oder Anfang 2016 wiederaufgenommen werden.

Das Institut ist aus dem überlebensfähigen Teil der Banco Espirito Santo (BES) hervorgegangen. Das einst zweitgrößte Bankhaus Portugals wurde mit fünf Milliarden Euro vom Staat gerettet, nachdem es unter der Schuldenlast der Gründerfamilie zusammengebrochen war.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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