Private Banking
Deutsche Bank fusioniert Vermögensverwalter

Die Verwaltung von Vermögen reicher mittelständischer Unternehmer und von Stiftungen gilt als Königsdisziplin unter Bankern. Eine Fusion soll die Deutsche Bank in diesem Segment jetzt schlagkräftiger machen.
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Die Deutsche Bank verwaltet große Familienvermögen künftig aus einer Hand. Die Oppenheim Vermögenstreuhand (OVT) ist mit der Wilhelm von Finck Deutsche Family Office verschmolzen worden, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Mit der Deutsche Oppenheim Family Office AG entstehe der größte Vermögensverwalter für mittelständische Unternehmer und Stiftungen in Deutschland und einer der größten in Europa. Die rund 80 Mitarbeiter in Frankfurt, Köln und München verwalten nach Unternehmensangaben Vermögen von mehr als zehn Milliarden Euro. Überschneidungen gebe es kaum, so dass nur wenige Stellen wegfallen sollen.

In "Family Offices" arbeiten Finanzmanager, die sich hauptberuflich um das Vermögen einer Unternehmer-Familie oder von deren Erben kümmern. Lohnt sich das für eine einzelne Familie nicht, kann ein Family Office auch mehrere Mandanten gleichzeitig betreuen. Für Banken sind solche Einheiten die oberste Kategorie der Vermögensverwaltung. Typische Kunden der Deutsche Oppenheim Family Office AG lassen dort nach Unternehmensangaben 30 bis 50 Millionen Euro anlegen.

Die Fusion fällt in eine Zeit, in der die Euro-Krise viele Unternehmerfamilien verunsichert habe, sagen Branchenexperten. Für die meisten stehe in der Beratung mehr denn je der Erhalt des Vermögens - trotz Steuern und Inflation - über Generationen hinweg im Vordergrund.

Geführt wird die neue Einheit von vier Vorständen, je zwei kommen von OVT und von Wilhelm von Finck. Mit der Fusion sei eine größere Spezialisierung möglich, hieß es. OVT ist spezialisiert auf die Steuerung illiquider Vermögen und übernimmt etwa die Finanzbuchhaltung. Wilhelm von Finck ist dagegen eher als klassischer Vermögensverwalter unterwegs.

Organisatorisch ist die Family-Office-Einheit jetzt eine Schwestergesellschaft der Fondsgesellschaft DWS innerhalb der Deutsche-Bank-Tochter DB Capital. Damit solle sie mehr Freiheit bekommen als die beiden Bank-Töchter bisher, aber doch von den Mittelstands-Kunden der Deutschen Bank profitieren, hieß es im Unternehmen.

Der Zusammenschluss ist Teil des grundlegenden Umbaus der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank. Das Geschäft mit privaten und institutionellen Kunden wurde zum Bereich Asset and Wealth Management zusammengelegt. Die Privatbank Sal. Oppenheim, die sich traditionell um vermögende Kunden kümmert, wirft allerdings noch nicht genug Gewinn ab - hier steht deshalb ein größerer Jobabbau an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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