Privatisierung
Verkauf der HSH Nordbank geht voran

Die Eigentümer der HSH Nordbank atmen auf: Bis zur gesetzten Frist sind belastbare Angebote für die Bank eingegangen. Bis Anfang 2018 muss der Verkauf über die Bühne gehen – sonst droht die Abwicklung.
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Der Verkaufsprozess der HSH Nordbank kann in die nächste Runde gehen. Die Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg hatten die verbliebenen Investoren aufgefordert, bis Ende Juni „erweiterte und konkretisierte indikative Angebote“ abzugeben. Das ist passiert. „Nach erster Sichtung sind die Angebote eine gute Grundlage, um den Verkaufsprozess erfolgreich fortsetzen zu können“, schreiben die Finanzministerin von Schleswig-Holstein, Monika Heinold (Grüne) und der Finanzsenator von Hamburg, Peter Tschentscher (SPD) in einer gemeinsamen Stellungnahme am Sonntag.

Weder zur Zahl der Anbieter noch zu den Namen gab es Informationen. Es dürften mittlerweile weniger als zehn sein. Darunter sollen sich die Finanzinvestoren Apollo, Cerberus, Lone Star und J.C.Flowers befinden, der selbst noch an der Bank beteiligt ist sowie der chinesische Versicherer Anbang.

Der Verkauf der HSH Nordbank ist eine Auflage der EU-Kommission. Im Gegenzug genehmigte die Behörde in Brüssel die aufgestockte Bilanzgarantie, die sich positiv auf die Kernkapitalquote auswirkt. Die HSH Nordbank besteht aus einer gewinnträchtigen Kernbank und einer Abbaubank, in der angeschlagene Kredite in einem Volumen von 20 Milliarden Euro stecken. Dabei dominieren insbesondere die Schiffskredite.

Die HSH Nordbank ist Deutschlands größter Schiffsfinanzierer, der von der andauernden Schiffsmarktkrise besonders betroffen ist. Für die Gesamtbank muss ein positiver Verkaufspreis erzielt werden. Die Mehrheitseigner setzen darauf, dass sich für beide Teile der Banken Investoren finden. Wenn sich bis Ende Februar 2018 keine Käufer finden, wird die Bank abgewickelt.

Der von den beiden Ländern wiedergegebene Zwischenstand ist ein gutes Zeichen. Denn sollten keine validen Angebote vorlegen, würde die Finanzaufsicht den Prozess relativ schnell beenden und die Abwicklung einleiten. Die Bafin, die Bundesbank und die Europäische Zentralbank begleiten den Verkaufsprozess sehr eng, hieß es in Bankkreisen.

In der kommenden Phase werden nun die eingegangenen Angebote sorgfältig geprüft, dann will man sich auf die Bieter festlegen, „die in die nächste Phase der Privatisierung übernommen werden“. Diese werden dann auch mit weiteren Informationen versorgt. „Im Herbst sollen nunmehr verbindliche Angebote abgegeben werden, auf deren Grundlage die abschließenden Vertragsverhandlungen geführt werden können“, schreiben Heinold und Tschentscher.

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