Privatkunden-Geschäft
Rote Laterne für deutsche Banken

Die Minizinsen machen das Privatkunden-Geschäft für europäische Banken zur Herausforderung. Was die Effizienz angeht, gehören deutsche Institute zu den Schlusslichtern, so eine Studie. Die Kosten steigen, statt zu sinken.
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FrankfurtNach der Finanzkrise wurde es als wichtig für die Stabilität einer Bank gelobt, die Einlagen waren begehrt. Inzwischen ist das Geschäft mit Privatkunden keineswegs mehr so einfach. Die Zinsen auf Rekordtief machen es den Banken immer schwerer, mit ihren privaten Kunden noch Geld zu verdienen. Das Problem: Die Differenz zwischen Einlagen- und Kreditzinsen schwindet, für die Banken bleibt unterm Strich weniger übrig.

Die Deutsche Bank  hat deshalb bereits reagiert. Sie sieht harte Einschnitte vor und will ihre Tochter Postbank verkaufen. Bis zu 200 Filialen der Deutschen Bank könnten zudem geschlossen werden. Die HypoVereinsbank streicht sogar fast die Hälfte der Filialen. Kein Wunder, wie eine Studie der Beratungsfirma A.T. Kearney nahelegt. Demnach hinken die deutschen Geldhäuser den meisten europäischen Banken in Sachen Effizienz und Effektivität hinterher.

Die Berater finden: Die bisherigen Anstrengen würden nicht reichen. „Sowohl beim digitalen Umbau als auch auf der Kostenseite sind größere Schritte gefragt, um zu den führenden Banken Europas aufzuschließen“, urteilen sie. So würden die Kostensenkungsprogramme nicht ausreichend greifen. Die Kosten seien im Vergleich zum Vorjahr sogar um 2,5 Prozent gestiegen.

Nicht nur bei den Kosten stehen die deutschen Kreditinstitute schlecht da. Ähnliches gilt für die Digitalisierung des Geschäfts. Da zusehends mehr Kunden ihre Bankgeschäfte im Internet abwickeln und auch Bankkonkurrenten wie den Online-Bezahldienst Paypal nutzen, müssen die Banken reagieren. Der Umbau des Geschäfts gewinne an Geschwindigkeit, sagt Andreas Pratz, Partner bei A.T. Kearney. Als Beispiel nennt er Mobile Banking und Mobile Payment. „Deutschland droht hier, den Anschluss zu verlieren.“

Die deutschen Banken basteln derzeit an einem Paypal-Wettbewerber. Ihr Angebot, „Pay Direkt“, soll Ende des Jahres starten. Auch weil es sich um eine Kopie von Paypal handelt, ist aber fraglich, ob sie damit viele Kunden überzeugen können.

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