Quartalsberichte
HSH und Helaba starten mit weniger Gewinn ins Jahr

Die Abkühlung beim Wertpapierhandel lässt die Gewinne der Landesbank Hessen-Thüringen und der HSH sinken. Vor Steuern erlöst die Helaba ein Drittel weniger. Bei der HSH wird die Schifffahrtskrise voll durchschlagen.
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FrankfurtDie HSH Nordbank und die Helaba sind mit deutlich weniger Gewinn ins Jahr gestartet. Hauptverantwortlich dafür waren bei beiden Landesbanken positive Sondereffekte im Vorjahreszeitraum. Die Aussichten für das laufende Jahr könnten bei beiden Instituten dagegen nicht unterschiedlicher sein. Während sich Helaba-Chef Hans-Dieter Brenner „verhalten optimistisch“ für die kommenden Monate zeigte, rechnet sein Hamburger Kollege Constantin von Oesterreich wegen der Schifffahrtskrise auch 2013 mit roten Zahlen.

Die HSH leidet so stark wie kein anderes deutsches Kreditinstitut unter der Krise in der Schifffahrt, die seit Jahren mit Überkapazitäten zu kämpfen hat. Im ersten Quartal legte das Bankhaus erneut mehr Geld für drohende Kreditausfälle zurück und stellt sich im Jahresverlauf auf weiteren Gegenwind ein. „Eine spürbare Markterholung im Jahr 2013 ist nicht zu erwarten“, erklärte das staatlich gestützte Geldhaus.

Um die Landesbank zu stabilisieren, hatten die Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein kürzlich beschlossen, ihre Staatsgarantien für das Institut wieder von sieben auf zehn Milliarden Euro aufzustocken. Die Wiederaufstockung solle bis Mitte des Jahres umgesetzt werden, erklärte die Bank. „Eine vorläufige Genehmigung der Garantieerhöhung von der EU-Kommission wird bis Ende Juni angestrebt.“

Wenn die Garantien angehoben werden, muss die HSH dafür höhere Zinsen an die Länder überweisen. Auch deshalb rechnet von Oesterreich damit, dass die HSH im Jahresverlauf wieder in die roten Zahlen rutscht. Im ersten Quartal ging der Überschuss deutlich auf 73 Millionen Euro zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank einen Reingewinn von 124 Millionen Euro erzielt, der allerdings nur zustande kam, weil sie wegen des Rückkaufs stiller Einlagen einen Sonderertrag von 261 Millionen Euro verbucht hatte.

Die Helaba, die im Gegensatz zur HSH nur minimal in der Schifffahrt engagiert ist, fuhr im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 163 Millionen Euro ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als der Aufschwung an den Finanzmärkten das Handelsergebnis der Frankfurter Bank kräftig aufgebläht hatte, ist dies ein Rückgang um gut ein Viertel.

Das Kerngeschäft mit Firmen- und Immobilienkunden sowie den Sparkassen lief dagegen weiter solide. Die operativen Erträge lagen konstant bei 469 Millionen Euro. Im laufenden Jahr peilt Helaba-Chef Brenner weiter Erträge auf dem Niveau von 2012 an. Die Helaba hat Mitte 2012 Teile der zerschlagenen WestLB übernommen und ist damit nun als Zentralbank für rund 40 Prozent aller Sparkassen in Deutschland zuständig. Die Integration der Verbundbank komme gut voran, erklärte Brenner. Wegen der Übernahme ehemaliger WestLB-Mitarbeiter, höherer IT-Investitionen und gestiegener Aufwendungen für die Bankenabgabe kletterte der Verwaltungsaufwand allerdings um 23 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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