Rechtsstreit
Kerviel klagt erneut gegen Société Generale

Er fühlt sich als Opfer seines Ex-Arbeitgebers. Der Banker Kerviel, der einen der größten Spekulationsverluste einzelner Individuen jemals verursacht haben soll, sagt: Seine Verluste wurden vor Gericht überzeichnet.
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ParisDer französische Skandalbanker Jérôme Kerviel hat eine neue Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber, die Großbank Société Générale, eingereicht. Kerviel wirft der Bank Betrug vor, weil er nicht – wie von dieser behauptet – einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro verursacht habe, wie sein Anwalt am Donnerstagabend mittelte. Kerviel war im Oktober 2012 in einem Berufungsprozess unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft und einer Rekord-Schadenersatzzahlung von 4,9 Milliarden Euro an die Bank verurteilt. Er trieb sie laut Urteil fast in den Ruin.

Kerviel bestreitet, der Bank einen 4,9 Milliarden-Euro-Verlust eingebrockt zu haben. In der bereits am Mittwoch eingereichten Klage geht es um Betrug in einem Gerichtsverfahren, ein Straftatbestand, der nicht im französisch Strafgesetzbuch festgehalten ist, in der Rechtssprechung aber vorkommt. Kerviel wirft der Société Générale vor, seine Geldgeschäfte nachträglich nicht mehr nachvollziehbar gemacht und seine Verluste dann bei dem Gerichtsprozess hochgespielt zu haben.

Die Klage wegen Betrugs in einem Gerichtsverfahren ist bereits der vierte Strang in den juristischen Auseinandersetzungen zwischen Kerviel und der Société Générale: Kerviel hat gegen seine Verurteilung Revision eingelegt, er hat die Bank wegen seiner Entlassung vor einem Arbeitsgericht verklagt und eine Anzeige wegen Fälschung gegen die Bank eingereicht.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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