Rekordverlust bei NordLB
Moody's setzt Landesbank unter Druck

Die Schiffskrise hat die Norddeutsche Landesbank (NordLB) tief in die roten Zahlen getrieben. Der Milliardenverlust des Geldinstituts hat Konsequenzen. Moody's stuft die Bonität des Schiffsfinanzierers herab.
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FrankfurtDie Ratingagentur Moody’s hat die langfristigen Bonitätseinschätzungen der NordLB um eine Stufe gesenkt und die Landesbank weiter unter Druck gesetzt: Sollte es nicht zu deutlichen Fortschritten bei der Stärkung der Eigenkapitalquote kommen, könnten weitere Herabstufungen die Folge sein, drohte Moody’s. Die Bonität zeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Bank ihre Schulden zurückzahlt. Sinkt das Rating einer Bank, verteuert sich tendenziell die Refinanzierung.

Der Bonitätswächter zieht damit Konsequenzen aus dem desaströsen Ergebnis der NordLB im vergangenen Jahr. Für ausfallgefährdete Schiffskredite erhöhte die Bank, die mehrheitlich dem Land Niedersachsen gehört, 2016 ihre Vorsorge auf knapp drei Milliarden Euro. Das ist maßgeblich durch die vollständige Übernahme der Bremer Landesbank bedingt, die im Laufe des Jahres mit der NordLB fusioniert werden soll.

Die Vorsorge führte zu einem Rekordverlust von fast zwei Milliarden Euro und reduzierte die harte Eigenkapitalquote von 12,2 Prozent auf 9,9 Prozent. Da der Verlust höher als erwartet ausfiel und die Probleme im Schiffskreditbereich bleiben, stufte Moody’s das Emittentenrating auf Baa2 und das Einlagenrating auf Baa1 zurück.

„Das Downgrade durch Moody‘s ist die erwartete Reaktion auf unseren hohen Verlust für das Geschäftsjahr 2016“, erklärte ein NordLB-Sprecher. Die NordLB werde diesen Verlust wie angekündigt aus eigener Kraft verarbeiten und im Jahr 2017 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. „Es zeichnet sich bereits ab, dass wir das erste Quartal mit einem guten Ergebnis abschließen werden“, so der Sprecher. Ein „mögliches Rating-Downgrade“ listete die NordLB im Konzernlagebericht als ein Risiko für die Ertragslage auf.

Noch ist ungewiss, mit welchen Belastungen die NordLB im Schiffskreditbereich 2017 rechnen muss. Die Vorsorge soll auf jeden Fall geringer ausfallen als 2016, aber überdurchschnittlich hoch bleiben. Der nach der HSH Nordbank größte deutsche Schiffsfinanzierer will sein Portfolio von aktuell 16,8 Milliarden Euro auf zwölf bis 14 Milliarden Euro reduzieren. Unter anderem soll ein 1,3 Milliarden Euro schweres Portfolio an den Finanzinvestor KKR veräußert werden. Unklar ist auch, ob die Abschirmung ausreichend ist.

Für ausfallgefährdete Kredite in Höhe von 9,4 Milliarden Euro hat die NordLB 2016 eine Risikovorsorge von 4,4 Milliarden Euro gebildet, was einer Abschirmungsquote von 48 Prozent entspricht. Die Bank habe aber eine Abschirmungsquote von 50 Prozent kommuniziert, bemängelte Moody‘s.

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