Risikoreiche Anlagen
Postbank stellt Vermögensberatung ein

Die Postbank schließt zum 30. Juni ihre Sparte Vermögensberatung. Grund sei die sinkende Nachfrage der Kunden nach risikoreichen Anlageformen, sagte ein Sprecher.
  • 2

BonnDie Postbank stellt ihre Vermögensberatung ein. Die Bank werde die Sparte zum 30. Juni schließen, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Bonn. Den knapp 250 betroffenen Beratern habe die Bank angeboten, intern in der Bausparer-Sparte oder dem Maklervertrieb weiterzuarbeiten oder in eine Vertriebsposition bei der Deutschen Bank zu wechseln.

Ende 2010 hatte die Deutsche Bank die Postbank übernommen. Als Tochter der größten deutschen Privatbank soll sie hauptsächlich einfache Bankprodukte bieten, etwa Giro- oder Tagesgeldkonten. Die Vermögensberatung vertrieb hingegen hauptsächlich sehr risikoreiche Anlageformen, beispielsweise geschlossene Fonds.

Dieses Geschäft habe zuletzt nicht mehr funktioniert, sagte der Banksprecher. „Die Kunden fragen Produkte der Vermögensberatung nicht mehr nach.“ Für die Kunden mit laufenden Anlagen dieser Art solle es trotz der Auflösung aber keine Änderungen geben.

Sie würden seit Freitag informiert. Kurzfristig solle eine Telefonhotline eingerichtet werden.

Die Vermögensberatung der Postbank war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, nachdem die Bank zugegeben hatte, dass Kundengelder in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro offenbar bei einem Immobilienprojekt in Südafrika veruntreut worden waren. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte zudem mehrfach über fragwürdige Verkaufsmethoden der Vermögensberater berichtet.

Mitschnitte von Muster-Beratungsgesprächen hätten den Verdacht gestützt, wonach die Berater beim Verkauf Risiken verschwiegen haben sollen, berichtete der Sender. Die Postbank hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen. 

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Risikoreiche Anlagen: Postbank stellt Vermögensberatung ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Vielleicht liegt es aber auch gerade daran. Die Postbank Vermögensberatung hat ja auch damit geworben, daß sie objektiv und unabhängig berät - das passt aber ja nicht zur Deutschen Bank, die ja hauptsächlich hauseigene Produkte verkauft.
    Auch das Argument der Postbank, in Zukunft einfache Produkte zu verkaufen wundert mich, denn Aktienfonds zum Beispiel muß man ja schon auch beobachten und in Zeiten von Aktiencrashs verkaufen um Verluste zu vermeiden. Nun ist es aber wohl so, daß die Postbank-Berater auf den Filialen garkeine Verkaufsempfehlungen geben dürfen. Zumindest war dies das Argument bei einer Bekannten von mir, warum sie kein Beratungsprotokoll erhalten hat, als ihr der Berater empfohlen hat den Aktienfonds zu verkaufen um dann das Geld in einem neuen DWS-Fonds anzulegen. Der Berater sagte, daß die Postbank (eigentlich) keine Verkaufsempfehlung gibt. Da frage ich mich schon, wie man dann Aktienfonds verkaufen kann - und das vor allem auch an Anleger, die keine Ahnung haben ???? Wissen das denn die Kunden ? - ich glaube NEIN. Ferner wäre damit bewiesen, daß es wirklich nur um den reinen Verkauf geht und meine Bekannte in diesem Fall Glück hatte - aber auch wohl nur, weil der Berater ihr einen neuen Fonds verkaufen wollte (weil er da wohl wahrscheinlich Absatzdruck hat).

  • Die offizielle Kundeninformation der Postbank dazu, ist ein einziger Hohn: man hätte die Kunden befragt und damit man die Kunden noch besser beraten zu können, können diese jetzt zwischen Pest (BHW) und Cholera (Filialbetrieb) wählen. Geschlossene Beteiligungen sind nach wie vor gefragt, z. B. Solarfonds, Flugzeuge, Jamestown (US-Immobilien)und einige mehr. Nur hat die Postbank in diesem Marktsegment in den letzten Jahren diverse Böcke geschossen wie bei bei dem Immobilienfonds Südafrika, BVT Games MPC Kühlschiffe, LV-Fonds u.s.w. Man hat sich dabei wohl auf die zum Teil abenteuerlichen Berechnungen und Aussagen der Initiatoren verlassen und eigene Prüfungen vernachlässigt. Zudem hat es massive Fehlberatungen gegeben, da zum Teil die gesamte Liquidität der Kunden in Schiffsbeteiligungen usw. investiert wurde. Einer dieser schwarzen Schafe, der schon vor Gericht gestanden hat, treibt jetzt im Filialbetrieb der PB Hannover sein Unwesen weiter. Dass die Postbank jegliche Verantwortung für Anlageflops ablehnt, hat System und trägt maßgeblich zu dem schlechten Image von Banken und Finanzdienstleistern bei. Dass Investmentfonds nicht mehr gefragt sind, ist Unsinn. Gerade gute vermögensverwaltende Fonds sind gefragt. Natürlich keine PB-Fonds, wo neben jahrelanger Vermögensvernichtung auch noch die Kunden getäuscht werden wie beim dem unter dem Label der Nachhaltigkeit angepriesenen Fonds Global Vision: eine von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie hat ergeben, dass sich in diesem Fonds Hersteller und Betreiber von Nuklearanlagen, Rüstungswerte und diverse Ölunternehmen mit zweifelhaftem Ruf wie Total ein munteres Stelldichein geben. Die Postbankkunden können einem nur noch leidtun. Zukünftig wird die Deutsche Bank noch stärker vorschreiben, was verkauft werden darf - natürlich nur noch DB-Produkte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%