Royal Bank of Scotland
Die Bank des Schreckens

Die Royal Bank of Scotland war einst das größte Geldinstitut der Welt – bis der Absturz kam. Seit Jahren schreibt sie rekordverdächtige Verluste, auch im vergangenen Jahr. Nun hat die Bank nur noch eine Hoffnung.
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LondonNein, ein Kronjuwel ist die Royal Bank of Scotland (RBS) wahrlich nicht. Seit neun Jahren macht die Bank aus Edinburgh jedes Jahr Miese – allein im vergangenen Jahr fiel ein Verlust von knapp sieben Milliarden Pfund (8,2 Milliarden Euro) an. Seit 2008 hat die Bank insgesamt 58 Milliarden Pfund verbrannt. Es sind Zahlen, die dem britischen Steuerzahler einen Schrecken einjagen - denn noch immer gehört die Bank des Schreckens zu großen Teilen dem Staat. Im Zuge der Finanzkrise musste der britische Steuerzahler die RBS auffangen. Bis heute hält der britische Staat etwas mehr als 70 Prozent der Aktien.

Verantwortlich für das Desaster sind vor allem die früheren RBS-Banker. Sie trieben das Institut durch Fehler auf dem US-Markt in die tiefroten Zahlen. Allein für Forderungen der US-Justiz musste die RBS Milliarden zur Seite legen. Im vergangenen Jahr fielen so Sonderlasten im Höhe von 5,9 Milliarden Pfund an.

Die RBS hatte – wie so viele Institute vor der Finanzkrise – eifrig mit US-Immobilienkrediten gehandelt. Dabei hatten Banken US-Hypotheken mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit aufgekauft, sie in Wertpapieren gebündelt und weiterverkauft. Als der US-Immobilienmarkt einbrach, fielen riesige Verluste an. Deswegen ermittelt die US-Justiz. Mit einigen Banken haben die US-Behörden mittlerweile Deals ausgehandelt und festgelegt, wie viel die Institute für ihr Fehlverhalten zahlen müssen. Mit der RBS gibt es so eine Übereinkunft noch nicht. Deswegen hat die Bank Rückstellungen gebildet. Auch neun Jahre nach Beginn der Finanzkrise ist das Thema USA noch nicht erledigt.

Und selbst wenn RBS-Chef Ross McEwan, der den Posten vor rund dreieinhalb Jahren antrat, hinter dieses Thema einen Haken setzen kann, muss er sich um zahlreiche weitere Punkte kümmern. Er muss weitere Rechtsstreitigkeiten klären und Forderungen der EU für die Genehmigung der Staatshilfen erfüllen.

Erst kürzlich hatte die RBS den Verkauf ihrer Filialbank-Tochter Williams & Glyn nach einer sieben Jahre dauernden Suche nach einem Käufer absagen müssen. Dann war die RBS im vergangenen Jahr beim Stresstest der britischen Zentralbank durchgefallen. Und auch die Probleme, die die gesamte Bankenbranche zu spüren bekommt – die niedrigen Zinsen, das veränderte Verhalten ihrer Kunden, der Brexit – gehen nicht spurlos an der RBS vorbei.

Sparmaßnahmen sollen die Bank nun wieder fit machen. Seit 2008 wurde die Zahl der Stellen mehr als halbiert, 80.000 Mitarbeiter arbeiten jetzt noch für die Bank. Über 500 Filialen wurden geschlossen. Zudem will Konzernchef McEwan das Institut wieder auf seine Wurzeln in Großbritannien und Irland ausrichten.

Die neue Bescheidenheit der einst größten Bank der Welt ist sicherlich der richtige Weg – doch der Weg ist lang. Den Aktionären, also vor allem den Steuerzahlern, bleibt nicht viel anderes übrig, als geduldig zu hoffen. Darauf, dass der Optimismus von McEwan, ab 2018 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, tatsächlich realistisch ist. Und darauf, dass die Bank irgendwann vielleicht sogar wieder eine Dividende abwirft.

Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Royal Bank of Scotland: Die Bank des Schreckens"

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  • die meisten europäischen Banken schreiben Verluste
    alle amerikanische Banken schreiben riesige Gewinne
    die Finanzkrise hatte ihren Ursprung in Amerika
    ich bin mir mittlerweile absolut sicher das Amerika die Finanzkrise bewusst herbeigeführt hat um Europa platt zu machen
    wie lange läßt sich Europa noch von diesen Amerikanern verarschen?

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