Rücklagen könnten nicht ausreichen
Wells Fargo sucht nach weiteren Problemen

Wells Fargo kommt nicht zur Ruhe. Nach einem weiteren Skandal um Versicherungen werden jetzt alle Sparten auf unlautere Geschäftsmethoden untersucht. Ein externer Prüfer soll in der Skandalbank aufräumen.
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San FranciscoDie US-Großbank Wells Fargo prüft nach mehreren Skandalen derzeit, ob sie weiteren Kunden finanziellen Schaden zugefügt hat. Untersucht würden Gebühren für Hypotheken, der Umgang mit eingefrorenen Sparkonten und Zusatzpodukten, teilte das Geldhaus am Freitag mit. Wells Fargo habe einen unabhängigen Berater engagiert, der die Gründe der umstrittenen Verkaufspraktiken ermitteln solle, die über Jahre hinweg anhielten. Die Prüfung soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. In einem Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC warnte das Geldhaus am Freitag zudem vor einem „erheblichen Anstieg“ unautorisierter Kundenkonten. Zudem räumte Wells Fargo ein, dass die Kosten für diverse Rechtsstreitigkeiten die Rücklagen übersteigen könnten.

Die New Yorker Banken- und Versicherungaufsicht hatte die wegen eines Phantomkonten-Skandals in der Kritik stehende US-Großbank vor ein paar Tagen vorgeladen. Grund für den Schritt ist die neue Enthüllung, wonach das Institut über Jahre für 800.000 Kreditnehmer teure Autoversicherungen ohne deren Wissen abschloss, wie aus dem Schreiben der Behörde hervorgeht. Demnach verlangt die Aufsicht von Wells Fargo die Offenlegung von Kreditverträgen sowie finanziellen Vereinbarungen mit Autohändlern und Versicherungen.

Aktionäre, Politiker und Verbraucherschützer forderten bereits eine Erklärung dafür, wie es dazu kam und warum der Konzern nicht eher an die Öffentlichkeit ging. Die Bank soll über Jahre rund zwei Millionen Konten ohne Genehmigung der Kunden eröffnet haben. Damit wollten Bankmitarbeiter offenbar hochgesteckte Verkaufsvorgaben erreichen. Wells Fargo hat sich bereits mit mehreren US-Behörden auf Geldstrafen geeinigt. Der Bank drohen aber auch strafrechtliche Konsequenzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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