Rückversicherer
Gewinn von Swiss Re bricht ein

Der Rückversicherer muss im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang von 35 Prozent verkraften. Schuld sind Naturkatastrophen wie der Tropensturm „Debbie“. Auch die Prämieneinnahmen gingen deutlich zurück.
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ZürichHohe Schadenkosten nach Naturkatastrophen wie dem Tropensturm „Debbie“ haben den Gewinn des Schweizer Rückversicherers Swiss Re im ersten Halbjahr gedrückt. Zudem kämpft die Nummer zwei der Branche hinter Münchener Rück weiterhin mit Preisdruck vor allem in der Naturkatastrophenversicherung, auch wenn dieser nachgelassen habe. Das Unternehmen verzichtete deshalb auf Geschäft: Das Prämienvolumen sank bei den Vertragserneuerungen im Juli um zehn Prozent, seit Jahresanfang beläuft sich der Rückgang auf 13 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass sich das Marktumfeld weiterhin anspruchsvoll gestalten wird“, erklärte Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler am Freitag.

Münchener Rück, Swiss Re und andere große Rückversicherer kämpfen seit Jahren mit sinkenden Prämien in ihrem Kerngeschäft. Wegen des Niedrigzinsumfelds steht viel Kapital zur Verfügung und branchenfremde Anbieter wie Hedge- und Pensionsfonds sind in das Geschäft mit der Naturkatastrophen-Rückversicherung eingestiegen.

Der Gewinn von Swiss Re sank in den ersten sechs Monaten um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt einen etwas höheren Halbjahresgewinn von 1,35 Milliarden Dollar erwartet. Bei den Anlegern kamen die Zahlen nicht gut an. Die Swiss-Re-Aktien fielen im Schweizer Leitindex um mehr als vier Prozent.

Teuer zu stehen kam die Schweizer vor allem der Zyklon „Debbie“ in Australien, der im ersten Quartal mit 360 Millionen Dollar zu Buche schlug. Zudem fiel im Vergleich zum Vorjahr ein Sondergewinn von rund 500 Millionen Dollar weg. Geholfen hat Swiss Re, dass nicht mehr benötigte Schadenreserven aufgelöst werden konnten. Gut verdient hat das Unternehmen auch an den Finanzmärkten. Die Prämieneinnahmen des Konzerns sanken im Zeitraum Januar bis Juni um 8,1 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar.

An den Finanzzielen hält Swiss-Re-Finanzchef David Cole fest. Im Schnitt soll das Eigenkapital sieben Prozent mehr Ertrag abwerfen als zehnjährige US-Staatsanleihen. Aktuell entspräche das einer Eigenkapitalrendite von rund 9,2 Prozent. Im ersten Halbjahr waren es sieben Prozent. Das Eigenkapital je Aktie soll jährlich um zehn Prozent steigen.

Zu einem möglichen weiteren Aktienrückkauf will sich Swiss Re erst später konkret äußern. Angesichts der bevorstehenden Hurrikan-Saison sei es zu früh, um sich festzulegen, sagte Cole. Swiss Re hatte im Februar ein drittes Aktienrückkaufprogramm in Folge in Aussicht gestellt, sollte Kapital überschüssig sein. Der Konzern will dafür bis zu eine Milliarde Franken in die Hand nehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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