Schelte von Konkurrenten
Ergo als schwarzes Schaf

„Wir wollen Deutschlands beste Versicherung werden“ – so lautet der Anspruch und die Werbung von Ergo. In der Realität aber rutscht der Konzern mehr und mehr in die Rolle des Schwarzen Schafes der Branche.
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DüsseldorfDie deutsche Versicherungsbranche hat sich mit scharfen Worten von den Geschäftspraktiken distanziert, die bei der Düsseldorfer Ergo-Gruppe öffentlich geworden sind. Wie das Handelsblatt berichtete, schichtete Ergo zwischen 2009 und 2011 tausende von Kunden von hochverzinsten Lebensversicherungen in niedrigverzinste UBR-E-Unfallversicherungen um.

Den Kunden entgingen so Millionen Euro an Zinserträgen. Dies geschah, obwohl die Revision 2010 den Ergo-Vorstand vor den Schäden für die Kunden durch solche „Umdeckungen“ warnte.

Ergo-Konkurrent Axa wies auf Anfrage jeden Vergleich mit Ergo zurück. Axa-Sprecher Ingo Koch sagte dem Handelsblatt: „Wir bei Axa verfolgen keine Praxis, bei der Kunden zu ihrem Schaden aus laufenden Lebensversicherungen in eine sogenannte UBR-E umgedeckt werden. Ein solches Verhalten ist unseriös und wäre auch klarer Verstoß gegen den Kodex des (Branchenverbandes) GDV.“

Auch der Marktführer Allianz bemühte sich um Abstand zu Ergo. „Die vorzeitige Aufhebung von Lebensversicherungsverträgen führt in der Regel zu finanziellen Nachteilen für den Versicherungsnehmer“, sagte Allianz-Sprecherin Corinna Hartmann. „Bei der Allianz gab und gibt es deshalb zu keinem Zeitpunkt eine systematische Incentivierung der Umdeckung von stornierten Lebensversicherungen in UBR-Versicherungen.“ Allianz-Vertretern sei eine solche Vorgehensweise sogar ausdrücklich untersagt.

Der Branchenverband GDV verwies auf seinen Kodex. „Mit dem Verhaltenskodex wollen wir Praktiken im Vertrieb entgegenwirken, die gegen Kundeninteressen gehen. Der Kodex spricht sich zum Beispiel klar gegen das Abwerben von Versicherungsverträgen aus, wenn damit Nachteile für den Kunden verbunden sind“, so Verbandssprecher Hasso Suliak.

„Besonders im Bereich der Lebens- und Krankenversicherung kann eine Abwerbung von Versicherungsverträgen oft mit erheblichen Nachteilen für den Kunden verbunden sein.“ Die Kunden seien deshalb „in jedem Fall über eventuelle Nachteile konkret aufzuklären.“

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„Von vornherein unsinnig und teuer“

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  • Liebes Handelsblatt, wann genau kommt der Zeitpunkt, an denen Ihr zu seriösen Berichterstattung übergeht? Wahrscheinlich nie, weil ihr genau für diesen UNSINN bezahlt werdet. Wer kontrolliert eigentlich die Journalisten und schütz uns diesen Schreiberlingen?????????

  • Ich bin immer wieder entsetzt wie viele Leute sich bei den Kommentaren auslassen. Da fragt man sich immer wieder, ist das Verbitterung? Populismus? Oder was will uns der Schreiberling miteilen? Man kann die Renten- oder Lebensversicherung rauf- und runterprügeln. Nur am Ende steht bei den meisten Versicherern abzgl. aller Kosten und zzgl. aller Überschuss- und Schlußüberschussanteile meist eine Durchschnittsrendite von 3,5-4,5% p.a. Welches Sparbuch bietet mir solch einen attraktiven Zins? Ich kenne keinen. Und wenn die Versicherungen dabei Geld verdienen , dann ist es ihr Gutes Recht. Man kauft doch auch einen Mercedes obwohl der teurer ist als ein BMW. Da verdient sich Mercedes und ihre Verkaufsberater über ihre Provisionen auch ne goldene Nase. Da interssiert es keinen. Und ich kenne Autoverkäufer, die gerade im Gebrauchtwagenmarkt die Kunden mächtig über den Tisch ziehen. Da regt sich auch keiner auf. Egal. Ich habe zwei Rentenversicherungen und das ist gut so. Warum? Weil ich denen mein Vertrauen schenke!

  • @ Versicherungsmaklerbüro

    Sie sind ein Troll und sollten sich trollen.

    Ihre unsachliche Äußerung wirkt wie die Verzweif-lungstat eines Gewerbetreibenden, dessen Geschäftsmo- dell nicht mehr funktioniert, der aber für sich auch keine Alternative mehr hat.

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