Schweizer Bank Credit Suisse
Die Wiederentdeckung des Kerngeschäfts

Lange wollte Vorstandschef Tidjane Thiam die Tochtergesellschaft für das heimische Schweizgeschäft an die Börse bringen. Jetzt bläst die Bank den Börsengang ab. Ein Grund: Das Quartalsergebnis ist besser als erwartet.
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ZürichLange hat Tidjane Thiam Anleger und Mitarbeiter im Ungewissen gelassen. Am Mittwochmorgen sorgte der Vorstandschef der Schweizer Großbank Credit Suisse für Klarheit: Die Schweizer Einheit des Konzerns, das Kern- und Ursprungsgeschäft der ehemaligen „Schweizer Kreditanstalt“, wird nicht an die Börse gebracht. Thiam lieferte im Schweizer Radio auch gleich die Erklärung: „Wir wollen nicht auf die Gewinne der Schweizer Einheit verzichten“, begründete der gebürtige Ivore den Schritt gegenüber dem Rundfunksender SRF.

Warum hat die Bank dann überhaupt darüber nachgedacht, das traditionelle Geschäft an Investoren abzugeben, ist man geneigt zu fragen. Jedenfalls will die Bank Anleger nun auf andere Weise zur Kasse bitten: mit der nächsten Kapitalerhöhung, gerade einmal anderthalb Jahre, nachdem die Bank schon einmal neue Aktien ausgegeben und den eigenen Kurs damit verwässert hatte.

Rund vier Milliarden Franken will sich die zweitgrößte Schweizer Bank am Markt besorgen und damit die Debatte um eine zu dünne Kapitaldecke beenden. Mit der Transaktion soll die Kernkapitalquote auf 13,4 Prozent klettern von derzeit 11,7 Prozent. Damit nähert sich die Credit Suisse den Werten der Rivalen UBS und Deutsche Bank an. Den Teil-Börsengang des Schweizer Geschäfts bläst die Credit Suisse dagegen ab, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. „Indem wir jetzt Kapital aufnehmen, können wir unser Wachstum fortsetzen“, erklärte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner den Schritt. Zudem erlaubten die frischen Mittel der Bank, den Konzernumbau abzuschließen.

Dass endlich Klarheit herrscht, wurde an den Märkten positiv aufgenommen: Die Aktien der Credit Suisse notierten nach Handelsbeginn rund 3,2 Prozent im Plus bei 15,79 Franken.

Im Oktober 2015 hatte das Spitzenduo der Bank noch per Pressemitteilung erklärt, ein sogenanntes „Public Initial Offering“ (IPO), ein Börsengang der sogenannten Universalbank Schweiz von Credit Suisse würde „den Wert unseres Schweizer Geschäfts hervorheben und somit den Wert der Credit Suisse insgesamt stärken“. Jetzt vollziehen Verwaltungsratschef Rohner und Vorstandsvorsitzender Thiam eine 180-Grad-Wende; und das mitten in einer Zeit, in der die beiden im Kreuzfeuer der Kritik stecken. „Sie rennen in eine Richtung, zerstören dabei Milliarden an Börsenwert“, erklärt sich Lukas Hässig, der den Finanzblog „Inside Paradeplatz“ betreibt, das Vorgehen, und fügt hinzu: „Dann rennen sie in die andere Richtung. Und behaupten stets, genau zu wissen, wohin sie wollen.“

Schon lange kritisieren Investoren und Beobachter von Credit Suisse, dass der Umbau des einst angeschlagenen Unternehmens nicht vorankommt. Zuletzt gab es einen Skandal um Bonuszahlungen an die Manager der Bank. Thiam sollte fast zwölf Millionen Franken für das abgelaufene Jahr erhalten, obwohl die Bank seit 2016 einen Verlust von 5,7 Milliarden Franken angehäuft hatte.

Mitte April hatte Credit Suisse einen neuen Vergütungsbericht vorgelegt. Danach sollen statt rund 78 Millionen Franken (rund 73 Mio Euro) noch 48 Millionen Franken für leistungsbezogene Vergütung ausgezahlt werden. Die Sensibilität in Entschädigungsfragen sei in diesem Jahr besonders hoch, erklärte Rohner das Vorgehen. Das Salär von Bank-Chef Thiam sollte von fast 12 Millionen Franken für 2016 auf 10,24 Millionen Franken sinken.

Ein Grund für den Strategieschwenk könnten die guten Quartalszahlen darstellen. Das Ergebnis des ersten Quartals 2017 belege, dass das Institut gut unterwegs sei, erklärten Unternehmensvertreter am Mittwoch. In den ersten drei Monaten des Jahres fuhr die Credit Suisse dank eines florierenden Anleihengeschäfts mit 596 Millionen Franken den höchsten Quartalsgewinn seit eineinhalb Jahren ein. Analysten hatten mit einem Überschuss von 423 Millionen Franken gerechnet.

Mit dem über den Erwartungen liegenden Ergebnis dürfte es der Bank einfacher fallen, bei den Aktionären für eine Kapitalerhöhung zu werben. Die Credit Suisse nutzt mit der Emission den größeren Risiko-Appetit der Anleger. Erst Anfang Monat hatte die Deutsche Bank ihre vierte Kapitalerhöhung in sieben Jahren unter Dach und Fach gebracht und dabei acht Milliarden Euro eingesammelt.

Am 18. Mai sollen die Eigner auf einer außerordentlichen Generalversammlung grünes Licht für die Transaktion geben. Der erste Handelstag der neuen Aktien sei für den 8. Juni geplant. Ein Bankenkonsortium bestehend aus Deutsche Bank und Morgan Stanley habe zugesagt, die Aktien zum Auftakt zu übernehmen.

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  • Der Freundeskreis "Finken" ist ein guter Kunde dieser Bank, leiht er sich doch immer wieder Geld
    um die alten Schulden zu bedienen. Wie immer ergibt sich, bei unserem Geschäftmodel, ein Problem mit dem Eigenkapital. Da hilft nur der Anleger oder am Ende der Staat. Wir sind treue Kunden und bleiben fast immer bis diese hässlichen Tiere kreisen, dann starten wir zur nächsten Bank, vertragen doch nur die Steuerzahler all die Geier Ha Ha Ha.

  • Herr Andreas Schindler21.04.2017, 15:36 Uhr
    Herr Hofmann, haben Sie als AfD Propagandist eigentlich keine Freunde, keine Arbeit und keine Hobbys oder warum kommentieren Sie alles den lieben langen Tag? Mögen Sie sich selbst lesen? Hier gibt es keine Likes...😜

    @Schindler
    Ja, ich habe viel Zeit und freue mich immer schon das ganze Wochenende, wenn Montags morgens die Kommentarfunktion endlich wieder öffnet.(Ostern war doch schrecklich) Aber das geht ja nicht nur mir so.
    Die AFD ist die einzige Alternative die wir haben,gegen die Grün-Sozialistische Merkelregierung. Danke


  • Da hatte das Handelsblatt wieder einmal recht.

    Vermögensverwalter setzen auf Bankaktien
    Das stärkere Wirtschaftswachstum in Europa könnte die Kreditvergabe europäischer Banken befeuern und ihre Aktienkurse in die Höhe treiben. Im Hintergrund lauern allerdings einige schwer kalkulierbare...

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