Schweizer Großbank
China-Turbulenzen lassen UBS kalt

Chinas Aktienmärke halten die Börsen der Welt in Atem. Das Vertrauen von Investoren in die Wachstumszahlen sinkt, das Wachstum selbst auch. Trotzdem will die UBS stärker auf den chinesischen Markt setzen.

SingapurDie neue Asien-Chefin der UBS, Kathryn Shih, sieht China trotz der Turbulenzen an den Märkten des Landes als Wachstumstreiber für die nächsten Jahrzehnte. Seit Januar leitet Shih die Schweizer Bank in der Region. Gegenüber dem Jahresende 2015 hat der chinesische Leitindex CSI 300 fast zwölf Prozent verloren.

Die hohe Volatilität, die durch das langsamere Wachstum in China und die schwächere Währung des Landes ausgelöste, werde weiter anhalten, glaubt auch UBS-Asien-Chefin Shih. Dennoch werde die schweizer Bank weiter Mitarbeiter auf dem chinesischen Festland einstellen und in den drei Kernbereichen Vermögensverwaltung, Investmentbanking und Asset Management expandieren. Konkrete Zahlen nannte sie jedoch nicht.

„Die Volatilität wird uns in diesem Jahr weiter begleiten. Es wird ein schwieriges Jahr für uns werden“, sagte sie. Dennoch setzt die UBS weiterhin auf China. Die Bank ist der Auffassung sei, dass das Wachstum in den nächsten 20 bis 30 Jahren von dort kommen werde.

Der Ausverkauf an den chinesischen Börsen hat in dieser Woche zweimal automatische Handelsunterbrechungen ausgelöst, die bei festgelegten Verlusten griffen. Am Donnerstag gaben die Behörden das System der Handelsunterbrechungen auf. Die Bemühungen Chinas, seinen Wertpapiermarkt auf diese Weise zu stützen, haben bisher die Stimmung der Investoren nur verschlechtert. Zudem wirkten sich die Sprünge an den chinesischen Börsen weltweit auf Aktien aus. Der MSCI World Index hat in dieser Woche fünf Prozent verloren. Der Dow Jones gab seit Ende 2015 um 5,2 Prozent nach, der Dax um 6,9 Prozent.

Die Bedeutung Chinas in Asien – immerhin zählte das Land 2014 laut der Unternehmensberatung Bain & Co. über eine Million Millionäre – sei maßgeblich dafür, dass die UBS ihre Expansion in dem Land nicht aufgeben wird, wie Shih erklärt. Ende vergangenen Jahres hat die UBS laut informierten Kreisen rund 2,5 Milliarden Dollar in die Postal Savings Bank of China investiert. In diesem Jahr könnte die Postsparkasse an die Börse gehen. „Im Land selbst aktiv zu sein, ist besonders in China sehr wichtig“, betont die 57-jährige Shih.

Im Jahr 2006 erhielt die UBS als erste ausländische Gesellschaft die Erlaubnis, direkt in ein chinesisches Wertpapierhaus mit Volllizenz zu investieren. Damit hatte die Schweizer Bank einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten wie Morgan Stanley und JPMorgan Chase. Shih will dieses Gemeinschaftsunternehmen und die anderen Firmen der Bank auf dem Festland nutzen, um von einigen der erwarteten 700 Börsengänge in diesem Jahr zu profitieren. Die Bank will sich einen größeren Anteil an der Verwaltung der geschätzt 19,8 Milliarden Dollar Vermögen wohlhabender Chinesen sichern. Für die Bank sei es wichtig, auch auf dem chinesischen Inlandsmarkt aktiv zu sein, erklärt Shih. Dort liege ein großer Teil der Vermögen.

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