SEC
Deutsche Bank im Visier der US-Börsenaufsicht

Der Deutschen Bank droht neues Ungemach aus den USA: Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC könnten kostspielig für das Institut werden. Ein ganz ähnlicher Fall endete für Goldman Sachs mit einem teuren Vergleich.
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Hamburg/FrankfurtDie amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen die Deutsche Bank wegen umstrittener Wertpapiergeschäfte. Der „Spiegel“ berichtete am Sonntag, es gehe dabei um Geschäfte der Bank mit dem Hedgefonds des Investors John Paulson, der als großer Profiteur der Subprime-Krise von 2008 gilt. Bei einem Geschäft mit Collateralized Debt Obligation (CDO) der Deutschen Bank mit dem Namen Start hatte das Institut offenbar dem Hedgefonds des Spekulanten John Paulson die Gelegenheit gegeben, wertlose Hypothekenpapiere auszusuchen, gegen die er dann wetten konnte – ohne dass es die anderen Investoren wussten, heißt es laut „Spiegel“ aus Finanzaufsichtskreisen.

Wegen eines ähnlichen Geschäfts hatte Goldman Sachs einen teuren Vergleich mit der SEC geschlossen. „Die Deutsche Bank hat wie viele andere Banken von verschiedenen Behörden Auskunftsersuchen zu ihrem Geschäft mit Wohnungsbaukrediten erhalten“, teile die Deutsche Bank in einer Stellungnahme mit. Die Bank kooperiere hinsichtlich der Anfragen. „Die Deutsche Bank ist in diesem Zusammenhang nicht angeklagt worden“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Finanzaufsichtsbehörden machen sich aber offenbar ernste Sorgen wegen der vielen rechtlichen Auseinandersetzungen. Bei einem Treffen im Oktober mit Vorständen des Kreditinstituts in New York, verlangten die Finanzaufseher aus Deutschland, den USA und Großbritannien von der Deutschen Bank einen gesonderten Bericht zu den offenen US-Streitigkeiten, in dem die finanziellen Konsequenzen der offenen Rechtsstreitigkeiten quantifiziert werden sollen.

KfW befürwortet Klage gegen Deutsche Bank

Im Fall anderer CDO-Geschäfte mit Töchtern der zusammengebrochenen deutschen Bank IKB stellte sich nun die staatliche KfW, die die IKB mit Milliardenzahlungen retten musste, gegen die Deutsche Bank: „Wir sind sehr an Maßnahmen interessiert, die zu einer Verringerung unserer hieraus entstandenen Verluste führen können“, erklärte die Staatsbank laut „Spiegel“. Die KfW halte die in den USA eingeleiteten rechtlichen Schritte für angebracht und unterstütze eine Klage gegen das Institut auf 439 Millionen Dollar Schadenersatz vom Herbst.

Ehemalige Zweckgesellschaften der von KfW geretteten Mittelstandsbank IKB hätten in den USA eine Betrugsklage gegen die Deutsche Bank eingereicht. Grund der Klage seien kaum werthaltige Papiere, die die Deutsche Bank aus Immobilienkrediten kreiert habe. Ein Schadenersatz würde dem Bericht zufolge an die KfW fließen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " SEC: Deutsche Bank im Visier der US-Börsenaufsicht"

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  • Die Aussage der KfW „Wir sind sehr an Maßnahmen interessiert, die zu einer Verringerung unserer hieraus entstandenen Verluste führen können“ sagt doch schon alles.
    Hier (wie bei fast allen Wirtschaftsklagen in den USA) geht es doch gar nicht mehr darum, ob die Belagten irgendetws unrechtmäßiges getan haben. Hier geht es nur darum, in irgendeiner Form eine (Mit-)Verantwortung zu konstruieren, um an Geld zu kommen. Ganz unabhängig davon, ob Verluste aus eigenen Fehlentscheidungen entstandensind oder nicht.

  • Es gibt wohl keine andere Bank, zumindest in Deutschland, die offensichtlich so sehr in eigenartige Geschäfte verwickelt ist wie die Deutsche Bank.

    Und die BAFin hatte nichts bemerkt? Der "Abgang" von Sanio sollte dazu benutzt werden, das BAKred wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen.

  • Wo ist eigentlich die Deutsche Bank nicht im Visier irgendeiner Börsenaufsicht?
    25% EK-Rendite erzielt man nur am Rande der Legalität oder man glaubt unantastbar zu sein.
    In Deutschland funktionierts noch.

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