Sex-Skandal
Jürgen Klopp trennt sich von Ergo

Mit ihrem neuen Schmuddelimage vergrault die Ergo-Versicherung die Werbepartner. Als erster kündigte Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp - und löste damit einen Streit ums Geld aus.
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Die Versicherungsgruppe Ergo und der Fußballtrainer Jürgen Klopp haben ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet. Wie Ergo dem Handelsblatt auf Anfrage bestätigte, stellt der Trainer des neuen deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund sämtliche Werbeaktivitäten für den skandalgeschüttelten Versicherer ein. Die Trennung sei in beiderseitigem Einvernehmen geschehen, der Aufhebungsvertrag unterschrieben.

Meistertrainer Jürgen Klopp hatte dem Handelsblatt vor zehn Tagen gesagt, er lasse seinen Vertrag mit Ergo ruhen, bis die Versicherung ihren Sex-Skandal komplett aufgeklärt habe. Wie zuvor bekannt geworden war, organisierte die zur Ergo gehörige Versicherung Hamburg-Mannheimer (HMI) im Juni 2007 für ihre 100 besten Vertreter und Führungskräfte eine Sex-Orgie in der historischen Gellert-Therme in Budapest.

Zu der Veranstaltung waren mindestens 20 Prostituierte geladen, die nach jedem Liebesdienst mit einem Stempel am Unterarm markiert wurden. "Was man von dieser Reise liest, kann man nur aufs Schärfste verurteilen", sagte Klopps Berater, Marc Kosicke, dem Handelsblatt. "Solange nicht klar ist, ob heute noch Teilnehmer der Reise für die Hamburg-Mannheimer aktiv sind, wird Herr Klopp keine Vorträge mehr für das Unternehmen halten."

Doch diese Garantie kann Ergo offenbar nicht geben - und Klopp zog die Konsequenzen. Noch in der vergangenen Woche forderte er Ergo auf, sein Video auf der Internetseite des Ergo-Vertriebs HMI abzuschalten. Prompt verschwand das Video, sogar die Pressemeldung, mit der Ergo im Juli 2010 die Zusammenarbeit mit Klopp bekanntgab, wurde gelöscht. Nach Angaben von Klopp geschah dies auf seinen Wunsch. Ergo dagegen teilte mit: "Versehentlich hat ein Mitarbeiter verschiedene Webseiten mit dem Konterfei von Herrn Klopp offline gestellt." Am nächsten Tag war das Video wieder zu sehen.

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  • Das HMI Konzept scheint Herrn Klopp nicht bekannt gewesen zu sein: umso erstaunlicher, daß er sich wegen solcher "Petitessen" nun von einem Vetragspartner trennt, dessen Vertriebskonzept das Bundesversicherungsamt in den vergangenen Dekaden mehrfach beschäftigt haben soll.

  • Auf der einen Seite verständlich. Wer möchte schon seinen Namen missbraucht wissen. Auf der anderen Seite: Abertausende MitarbeiterInnen von ERGO haben vermutlich ein ebenso ungutes Gefühl. Sie können nur nicht so einfach einen Vertrag kündigen. Vielleicht hätte der Meistertrainer einen anderen Weg finden können, um sich distanzieren. Die Unschuldigen zumindest hätten es ihm sicher hoch angerechnet. Aber wie heißt es doch so schön: Mitgehangen ...

  • Schon mal was von investigativem Journalismus gehört? Was für wen signifikante Informationen sind, darf doch wohl noch jeder selbst entscheiden, oder? Danke für diese Bildungssouveränität.
    Es ist mitunter unfassbar, wie hier einige Leute nur am Rumnörgeln über die Themen des Handelsblatt sind. Dann holen Sie sich Ihre Informationen doch woanders.

    -> BILDen Sie sich Ihre Meinung.......

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