Smartphone-Bank
N26 steigt ins Kreditgeschäft ein

Die Smartphone-Bank N26 entwickelt sich immer stärker zu einem Konkurrenten von Banken und Kreditplattformen. Jetzt will sie auf eigene Rechnung auch Kredite vergeben. Ein Geschäft mit Risiken.
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Die mobile Bank N26 erweitert ihr Produktportfolio. Ab sofort können die Kunden von N26 Konsumentenkredite zwischen 1000 und 25.000 Euro über eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren beantragen. Die Bank wirbt damit, dass der Kredit „komplett digital in der App“ beantragt werden kann. Nach der vollautomatisierten Bonitätsprüfung, die auch eine Gegenüberstellung von Einkünften und Ausgaben beinhaltet, soll der Kunde dann innerhalb weniger Minuten ein „transparentes Angebot“ erhalten. „Wir haben diesen Prozess fundamental vereinfacht“, findet Valentin Steif, Gründer und Chef von N26.

N26 gehört neben der Solaris Bank zu den wenigen Fintechs, die über eine eigene Banklizenz verfügen. Damit stehen die Newcomer zwar unter der Aufsicht der Bafin, können aber auch wesentlich schneller, Modifizierungen an ihrem Geschäftsmodell vornehmen.

Das Fintech N26 startete mit einem Girokonto und ergänzte das Angebot im vergangenen Jahr mit Finanzanlagen, die der digitale Vermögensverwalter Vaamo zur Verfügung stellt. Bei der Kreditvergabe setzt N26 hingegen nicht auf Kooperationspartner. Damit steigen allerdings auch die Risiken für N26, denn Kredite können auch ausfallen. „Nur wenn der Kreditnehmer genug Überschuss hat, wird dem Kunden ein individuelles

Kreditangebot gemacht“, heißt es bei N26. Abhängig von der Bonität liegt der effektive Jahreszins zwischen knapp drei Prozent und rund 7,8 Prozent. Weitere Kreditprodukte, bei denen N26 auf Partner setzt, sollen in diesem Jahr hinzukommen.
Da die Vision von N26 ist, Bankgeschäfte komplett digital am Smartphone zu tätigen, müssen noch einige Lücken geschlossen werden. Stichworte sind hier Sparprodukte und „ein digitales Versicherungswallet“.
Die Wertschöpfungskette wird also stetig erweitert. Die Kunden goutieren das digitale Angebot offensichtlich, auch wenn N26 in den vergangenen Monaten mit Sicherheitsmängeln zu kämpfen hatte und dazu übergegangen ist, die Gratiskultur beim Geldabheben einzudämmen. „Derzeit wachsen wir mit circa 1000 Kunden täglich“, so eine Sprecherin. In den nächsten Wochen soll eine neue Kundenzahl veröffentlich werden. Noch sind es offiziell immer noch „mehr als 200.000“.

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