Spanische Immobilien
Commerzbank wird faule Kredite los

Mit offenbar geringen Verlust hat die Commerzbank Papiere an Investoren verkauft. Die Kredite für Immobilien in Spanien bringen 700 Millionen Euro ein. Das entlastet die Bilanz.
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FrankfurtDie Commerzbank hat einen weiteren Teil ihrer faulen Immobilienkredite im Ausland an den Mann gebracht. Problemkredite im Volumen von rund 710 Millionen Euro, die die frühere Eurohypo (heute Hypothekenbank Frankfurt) für spanische Gewerbeimmobilien vergeben hatte, seien mit einem geringen Verlust an internationale Investoren verkauft worden, teilte die Commerzbank am Donnerstag mit. Die Bilanz werden dadurch um Risiken (RWA) von 600 Millionen Euro entlastet. Der nicht näher bezifferte kleine Buchverlust werde noch im vierten Quartal 2013 verbucht. Hedgefonds sind derzeit begierig darauf, solche Portfolien mit Wertabschlägen aufzukaufen, weil sie sich davon schnelle Gewinne versprechen.

Nach dem Verkauf hat die Commerzbank noch rund eine Milliarden Euro an faulen Krediten für Immobilien in Spanien in den Büchern. Vor einem Jahr waren es noch doppelt so viel. "Wir werden unseren Abbauauftrag konsequent fortsetzen und uns bei entsprechenden Marktopportunitäten auch weiterhin auf Transaktionen konzentrieren, die unseren hohen Anforderungen gerecht werden", sagte der für den Abbau der Immobilienkredite zuständige Bereichsvorstand Sascha Klaus.

Am Wochenende war in Finanzkreisen bekannt geworden, dass die Commerzbank die Investmentbank Lazard beauftragt hat, ein mehr als vier Milliarden Euro schweres Kreditpaket an den Mann zu bringen. Es handele sich um das gesamte Portfolio an Immobilienfinanzierungen der Eurohypo in Spanien. Die am Donnerstag verkauften faulen Kredite seien aber nicht Teil dieses Vorhabens, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen.

Im Sommer hatte die Commerzbank die Reste der Eurohypo in Großbritannien an die US-Großbank Wells Fargo und den Finanzinvestor Lone Star verkauft, insgesamt fünf Milliarden Euro an gewerblichen Immobilienkrediten. Während Wells Fargo die gut laufenden Kredite übernommen hatte, gingen die faulen Finanzierungen an den Investor. Es war eine der größten Transaktionen, die der europäische Immobiliensektor seit der Finanzkrise gesehen hat.

Die Commerzbank steigt seit eineinhalb Jahren komplett aus der kapitalzehrenden gewerblichen Immobilienfinanzierung aus, die Eurohypo wird seither abgewickelt. In der konzerneigenen "Bad Bank" lagern Staatsanleihen und großvolumige Immobilienkredite, teils mit sehr langen Laufzeiten. Sie können entweder bis zur Fälligkeit gehalten oder bilanzschonend verkauft werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Spanische Immobilien: Commerzbank wird faule Kredite los"

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  • Soso, nicht lukrativ genug. Vielleicht sollten sich die Herren Bankmanager mal diese Umsatzstatistken ansehen: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/4510/umfrage/umsatzentwicklung-deutsche-moebelindustrie/
    Dann würde vielleicht an umdenken stattfinden.

  • Das ist unverantwortlich, das zeugt von Unfähigkeit in der Kreditbearbeitung!
    Man mag sich nicht vorstellen, was die Kreditnehmer, die einst mit Vertrauen auf Bankkaufleute trafen und heute in die volle Falle zum Geldverbrennen ausgliefert wurden.
    Das steht den Banken nicht zu. Das ist schweres Vergehen hinsichtlich Vertrausensmißbrauch und verstößt gegen die guten Sitten und die Moral!

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