Sparkassen gegen EU-Einlagensicherung
Der ewige Kampf der Sparkassen

Noch bevor die neue Regelung zu einer gemeinsamen europäischen Einlagensicherung in Kraft tritt, schlägt die EU schon das nächste Modell vor – zum Ärger der Sparkassen und Volksbanken.
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FrankfurtDeutsche Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind gegen eine gemeinsame Einlagensicherung für alle europäischen Bankkunden. „Es wäre brandgefährlich, wenn bei einer Bankenkrise wie der in Zypern auch Sparer in allen anderern Ländern kalte Füße bekämen und ihre Konten plünderten“, warnte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, am Montag. Er reagierte damit auf den Vorstoß der fünf Präsidenten der EU-Institutionen, mit dieser und anderen Maßnahmen den Euro-Raum krisenfester zu machen.

Fahrenschon forderte „Brandmauern“ zwischen den einzelnen Sicherungstöpfen. „Die Gelder, die wir für die Sicherheit der Sparkassenkunden in Deutschland beiseite legen, dürfen nicht für Krisenbanken in anderen Ländern eingesetzt werden.“ In vielen Ländern ist die Einlagensicherung weniger entwickelt als in Deutschland. Allerdings müssen auch die deutschen Bankenverbände ihre Sicherungssysteme teilweise noch aufbessern.

Die Sparkassen kämpfen nicht das erste Mal gegen die Einlagensicherung. Am 3. Juli tritt eine Regelung in Kraft, die die Einlagensicherung europaweit harmonisieren soll. Diese darf jedes Land aber selbst regeln. Nun schlägt die EU schon den nächsten Schritt vor, bevor diese Regelung eingetreten ist.

Hilfen für andere EU-Länder und deren Finanzbranche müssten auch weiterhin zwischen den betroffenen Staaten ausverhandelt werden, forderte Fahrenschon. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sprach sich immerhin für eine stärkere Harmonisierung der nationalen Sicherungssysteme aus, die im Grundsatz bereits beschlossen ist. Eine gemeinsame Einlagensicherung sei aber der „gänzlich falsche Weg“. „Die Bankenunion darf keine Transferunion sein“, erklärte BVR-Präsident Uwe Fröhlich.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Ratspräsident Donald Tusk, EZB-Präsident Mario Draghi, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hatten am Sonntagabend ein mehrstufiges Modell vorgeschlagen, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit in den Euro-Staaten gestärkt und die Wirtschaftspolitik enger koordiniert werden soll. Ihr Bericht soll mit den Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel am Donnerstag beraten werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sparkassen gegen EU-Einlagensicherung: Der ewige Kampf der Sparkassen"

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  • Es ist doch völlig normal, dass deutsche Sparkassen und Volksbanken für europäische Pleitebanken zahlen
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    Das nennt man gelebte Solidarität.

    Sollen denn die griechischen, zypriotischen, irischen, portugisischen, spanischen Banken auf ihre Milliardenschulden sitzen bleiben? Das wäre GEMEIN!
    Das müssen auch die deutschen Sparkassen und Volksbanken einsehen.
    Der deutsche Steuerzahler ist jedenfalls dazu bereit.

    Wie sagte schon das "Bundesmerkel": "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.
    Und wenn Europa scheitert, dann gibt es KRIEG!!!"
    Und das will doch KEINER!

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