Staatsschuldenkrise
Reiche HVB-Kunden zogen Gelder ab

Die Staatsschuldenkrise hat die Kunden der Hypo-Vereinsbank stark verunsichert. Viele wohlhabende Privatkunden haben deshalb ihr Geld abgezogen. Auch bei anderen Anbietern geraten die Margen unter Druck.
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MünchenDie Italien-Krise hat der Hypo-Vereinsbank (HVB) im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Da die HVB zum italienischen Unicredit-Konzern gehört, haben wohlhabende Privatkunden einen Teil ihrer Gelder bei der Bank abgezogen und zum Beispiel in Immobilien investiert. "Inzwischen hat sich die Lage aber beruhigt und die Abflüsse konnten gestoppt werden", sagte der neue Chef der Private-Banking-Sparte des gesamten Unicredit-Konzerns, Helmut Bernkopf, dem Handelsblatt.

Der Effekt sei in Deutschland stärker gewesen als zum Beispiel in Österreich. Die HVB ist eine der bestkapitalisierten Banken in Deutschland, zudem erzielte die Unicredit-Tochter 2011 gute Gewinne. "Gegen Emotionen kommt man mit Argumenten manchmal schlecht an", sagte HVB-Vorstand Jürgen Danzmayr, der hierzulande das Private Banking führt.

Da geht es um die Betreuung von Kunden mit einem Vermögen ab 500000 Euro. In Deutschland seien starke Ressentiments gegenüber der Lage in Italien zu spüren gewesen. Mit Antritt der Regierung Mario Monti sei das Vertrauen in Italien aber wieder zurückgekehrt. Im Private Banking will die HVB nun in Deutschland wieder Boden gutmachen und Marktanteile gewinnen.

Der Unicredit-Konzern zählt sich in der Vermögensbetreuung mit 233000 Kunden und rund 150 Milliarden Euro verwaltetem Kundenvermögen zu den führenden Anbietern in Europa. Das Geschäft gilt als margenträchtig und birgt wenig Risiken. "Wir wollen schneller wachsen als der Markt", sagte Bernkopf. Das durchschnittliche Marktwachstum bezifferte er auf bis zu drei Prozent jährlich.

Allerdings ist der Markt hart umkämpft. Viele Kreditinstitute haben ihre Lehren aus der Finanzkrise gezogen: Sie fahren das riskantere Investment-Banking zurück und wollen sich lieber die Einlagen der reichen Privatkunden sichern. Von Vorteil für alle ist, dass der Markt laut einer Studie von Capgemini kontinuierlich wächst. So ist die Zahl der potenziellen reichen Kunden in Europa auf gut drei Millionen gewachsen. Die heimischen Banken profitieren dabei laut McKinsey von der Diskussion um Steuer-CDs und Bankgeheimnis. "Der Druck auf Offshore-Bankenplätze wird zu weiteren Rückflüssen von Kundengeldern aus der Schweiz und Luxemburg nach Deutschland führen", hieß es in einer McKinsey-Studie.

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Kundenzahl steigt

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  • VORSICHT VOR HYPOVEREINSBANK! Wir bekamen von HVB ein Schreiben Februar 2012 dort steht beschrieben das nur noch Prozentual die Haftung für Anlagen bestehen und dieses Haftung z.b. bei 10000 Euro Anlage Prozentual bis 2014 bei Totalverlust nur noch 1500 Euro übrig bleiben. Also hiermit wurde klar beschrieben Ihr Geld sei nicht mehr sicher.

    Als ich bei HVB für meine Tochter ein Sparkonto eröffnen wollte war keine Zeit für den Kunden und dieses bei uns in Penzberg bei München. Mir teilte die Angestellte unfreundlich mit das Kunden alle zu Onlinebanken wechseln und Sie jetzt abbauen würden in der Filiale Penzberg. Das war für mich ein weiteres Schockerlebnis. Die Wahrheit ist: Die Banken zocken weiter mit Vermögen von Reichen und deshalb gehen viele Anleger auf Immobilien. mein Fazit: FINGER WEG VON HVB! Empfehlung: Lieber zur Raiffeisenbank die haben noch Subtanz auf den Markt.

  • 3 Millionen Kunden a 500 000 und mehr in Europa

    macht

    1 500 000 000 000

    Da wird schnell klar,
    warum Schäuble Ehrenamtliche BUFDIs besteuern muss.

    Und Wehrpflichtige.

    Und warum Altersarme Omas, die mit 85 Zeitungen austragen, Stromabgaben zur Subventionierung von Porsche und Co KG zahlen müssen.

  • Vielleicht liegt das auch an der immer schlechter werdenden Beratung und der Organisationsschwäche der HVB ?
    Es ist bezeichnend für den Stil der Bank, dass man selbstreferentiell und realitätsfremd glaubt oder vermittelt unfehlbar zu sein ?

    Deshalb habe ich dort mein Vermögen abgezogen. Als ich das tat, fragte mich der Filalleiter: Das liegt doch sicher an der Unicredit, an uns kann es nicht liegen..oder

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