Standard Chartered
Britische Großbank denkt über Kapitalerhöhung nach

Nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr steht die britische Großbank Standard Chartered vor einem Kapitalloch. Kritiker fordern Bankchef Winters zu einer Kapitalerhöhung auf. Der ist nicht abgeneigt.
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LondonDie britische Großbank Standard Chartered hält nach einem Gewinneinbruch die Tür zu einer milliardenschweren Kapitalerhöhung offen. Wenn ein solcher Schritt nötig sei, um das Geldhaus wieder in die Spur zu bringen, werde er ihn gehen, sagte der neue Vorstandschef Bill Winters am Mittwoch.

Einige Analysten schätzen das Kapitalloch auf fünf Milliarden Dollar und plädieren dafür, die Aktionäre nicht nur um frisches Geld anzupumpen, sondern ihnen auch die Dividende zusammenzustreichen.

Letzteres macht Winters bereits: Weil der Halbjahresgewinn vor Steuern um 44 Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar fiel, soll die Dividende für die ersten sechs Monate auf 14,4 Cent halbiert werden. Außerdem läuft bereits ein großangelegter Stellenabbau, um Kosten zu senken.

Standard Chartered ist eine von vier Großbanken in Europa, die wegen ihrer schwachen Rendite von der Konkurrenz abgehängt wurden und das Vertrauen der Anleger verloren haben. Auch die Deutsche Bank, Credit Suisse und Barclays gehören dazu. Für die Schwäche sind nicht nur die anhaltend hohen Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten verantwortlich.

Die Institute haben nach Ansicht von Kritikern auch viel zu spät damit begonnen, ihre kapitalintensiven Investmentbanking-Sparten zu verschlanken. Jetzt sollen es neue Chefs richten. Bei der Deutschen Bank hat der seit Juli amtierende John Cryan eine Kapitalerhöhung aus freien Stücken ausgeschlossen. Winters ist bei Standard Chartered seit Juni im Amt. Er straffte bereits die Führungsstruktur. Der starke Fokus auf Asien soll bleiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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