Start-up Billfront
Kreditspezialist wirbt 33 Millionen Euro ein

Junge Finanztechnologie-Unternehmen schaffen es, Millionen bei Investoren einzuwerben. Das jüngste Beispiel: Der Kreditspezialist Billfront streicht 33 Millionen Euro ein. Ihre Spezialisierung macht die Firma attraktiv.
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BerlinBillfront, ein auf eine Nische spezialisiertes Start-up für Finanztechnologie, hat mehrere Investoren zu einem großen Investment in die junge Firma bewegen können. Das Berliner Unternehmen mit Niederlassung in London hat sich insgesamt 33 Millionen Euro in Deutschland gesichert. Billfront (locker übersetzt „Rechnung vorgestreckt“) hilft jungen Digital- und Medienunternehmen dabei, den Kapitalfluss zu optimieren und Finanzierungsengpässe im Tagesgeschäft zu vermeiden.

Die Berliner Muttergesellschaft Finleap hat sich an der Finanzierungsrunde ebenso beteiligt wie die 4finance Holding und die niederländische NIBC Bank, teilte Billfront mit. Das Geld soll in das weitere Wachstum investiert werden.

Das Unternehmen vermittelt seinen Geschäftskunden Kreditlinien in Höhe der Forderungen, die diese Kunden gegenüber ihren Kunden haben. Die Forderungen dienen Billfront wiederum als Sicherheit. Refinanziert werden diese Kreditlinien durch NIBC. Spezialisiert ist Billfront dabei auf Firmen aus dem Bereich digitaler Werbetechnologie und Medien. Diese Konzentration macht aus Sicht von Billfront Sinn, da der digitale Werbemarkt jährlich zweistellig zulegt.

Werbetechnologie-Anbieter müssen allerdings häufig warten, bis sie Geld von den Werbeagenturen bekommen, mit denen sie zusammenarbeiten. Zahlungsziele von mehreren Monaten sind keine Seltenheit. Hier springt Billfront ein, das 2015 von Christopher Vogt und Gregor Dimitrou gegründet wurde. Mittels einer selbst entwickelten Technologie kann sich Billfront mit dem Rechnungssystem des Kunden vernetzen und Forderungen identifizieren, die sie dann zwischenfinanziert.

Der Vorteil für die Kunden: Sie können dann jederzeit auf diese Kreditlinie zurückgreifen und das wesentlich schneller als herkömmliche Factoring-Anbieter oder Banken, die Forderungen mit einem Abschlag abkaufen. Die Finanzierungen können zwischen 50.000 Euro und mehreren Millionen Euro im Monat betragen. „Wir machen den Ablauf von Finanzierungen so reibungslos, so dass sich unsere Kunden voll und ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können“, sagt Vogt.

Offensichtlich hat das Konzept so überzeugt, dass es zu einer Premiere gekommen ist. So ist die NIBC Bank nach Angaben ihres Vorstandschefs Thom Rasser zum ersten Mal eine Partnerschaft mit einem international operierenden Fintech eingegangen. Überzeugt hat ihn Billfronts Expertise auf dem „schnell wachsenden Werbetechnologie-Markt vereint mit der exzellenten Risikomanagement-Technologie“, so Rasser.

Die Billfront-Muttergesellschaft Finleap hat bereits Unternehmen wie den Versicherungsanbieter Clark, die Zinsplattform Savedo oder die Solarisbank gegründet. Die ebenfalls beteiligte 4finance Holding vermittelt in 16 Ländern Verbraucherkredite online und mobil.

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