Stellenstreichungen
Deutsche Bank stutzt Aktiengeschäft in Lateinamerika

Mitarbeiter der Deutschen Bank in den amerikanischen Ländern müssen offenbar um ihre Jobs bangen: Einem Bericht zufolge soll es herbe Einschnitte im Aktiengeschäft geben. In einem Land soll es gar nicht weitergehen.
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Bangalore/FrankfurtDie Deutsche Bank stutzt Finanzkreisen zufolge ihr Aktiengeschäft in Lateinamerika. Das Geldhaus wolle den Bereich straffen und das Geschäft künftig schwerpunktmäßig aus Mexiko, Brasilien und New York steuern, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg erwägt Deutschlands größtes Geldhaus deshalb, das Aktiengeschäft in Chile einzustellen. Auch in den Niederlassungen in Brasilien und New York könnten einige Stellen wegfallen. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Reuters hatte bereits im März berichtet, dass die Bank angesichts der anhaltenden Flaute im Investmentbanking weitere Stellen streichen will. Betroffen davon sei vor allem der Handel mit Anleihen, Währungen, Rohstoffen und Derivaten (FICC). Medienberichten zufolge will die Bank rund 500 Stellen abbauen, vor allem in London. In Lateinamerika, wo das Institut zu den größten Investmentbanken zählt, werden die Einschnitte Finanzkreisen zufolge wohl deutlich geringer ausfallen.

Im Investmentbanking (CB&S) hat die Deutsche Bank seit dem Sommer 2012 bereits Hunderte Arbeitsplätze gestrichen – der Stellenabbau fiel aber deutlich geringer aus als bei vielen Konkurrenten. Im Geschäftsbericht für 2013 erklärte die Bank kürzlich, mit der „Straffung des Geschäfts“ fortfahren zu wollen. Details könnte das Institut am nächsten Dienstag verkünden, wenn es seine Zahlen für das erste Quartal vorlegt. Insgesamt will das Geldhaus die Kosten bis 2015 im Rahmen eines umfangreichen Sparprogramms um 4,5 Milliarden Euro drücken.

Die Deutsche Bank, deren wichtigste Domäne der Anleihehandel ist, leidet derzeit wie viele Konkurrenten darunter, dass sich die Kunden im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren zurückhalten. Viele Investoren stehen auf der Bremse, da sie unsicher sind über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed, die den Markt lange Zeit mit Käufen gestützt und die Zinsen auf einem Rekordtief gehalten hat.

In Europa herrscht zudem weiter Unsicherheit, ob die Schuldenkrise wirklich schon überwunden ist. Der Rückgang hat jedoch auch strukturelle Gründe, denn die strengere Regulierung hat das Geschäft teurer und für manche Investoren weniger attraktiv gemacht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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