Stendal, Bitterfeld, Ulm
Sparkassen ketten sich von Sparverträgen los

Die Kreissparkasse Stendal kündigt attraktive Sparverträge. Es geht um Verträge namens „S-Prämiensparen flexibel“, bei denen Kunden einen steigenden Bonus erhalten. Auch andere Institute kündigen.
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Frankfurt Nach der Sparkasse Ulm, der Kreissparkasse Bitterfeld und der VR Bank Nürnberg kündigt auch die Kreissparkasse Stendal attraktiv verzinste Sparverträge. Das Geldhaus hat rund 2.200 solcher Verträge gekündigt. Der Clou an den Sparprodukten: Kunden erhalten einen Bonus von bis zu 50 Prozent der pro Jahr eingezahlten Summe.

Dieser Bonus wächst im Laufe der Zeit. Das heißt, dass die Verträge erst wirklich attraktiv sind, wenn die Sparer mehrere Jahre lang Geld beiseitegelegt haben. Die „Volksstimme“ und der Mitteldeutsche Rundfunk berichteten darüber.

Die Kreissparkasse bestätigte die Kündigung von Verträgen namens „S-Prämiensparen flexibel“ und verteidigt ihr Vorgehen. „Wir haben nur die Verträge gekündigt, bei denen die Sparer mindestens einmal die höchste Prämie von 50 Prozent bekommen haben. Die Verträge müssen dafür mindestens 15 Jahre lang laufen“, sagt Sparkassenchef Jörg Achereiner dem Handelsblatt. Seiner Einschätzung nach geht es um Sparverträge, die einem so genannten Dauerschuldverhältnis entsprechen. Das könne unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Bei einem Teil der 2.200 betroffenen Sparverträge soll die Kündigung erst in einigen Jahren greifen – wenn der Bonus von 50 Prozent erreicht ist.

Andere, ebenfalls attraktiv verzinste Sparverträge lässt die Kreissparkasse Stendal dagegen weiterlaufen. „Sparverträge mit einer Prämienstaffel und mit einer festen Laufzeit von beispielsweise 25 Jahren haben wir nicht angefasst“, so Achereiner. „Diese Verträge bestehen weiter fort – auch wenn die Sparkasse damit Verlust macht.“

Damit unterscheidet sich das Vorgehen des Stendaler Geldhauses zumindest ein Stück weit von dem der Sparkasse Ulm. Die Ulmer Sparkasse war bundesweit in die Schlagzeilen geraten, weil sie Tausende Kunden aus teils noch langlaufenden, attraktiv verzinsten Sparverträgen gedrängt hatte. Zur Begründung für ihren Schritt verwies die Sparkasse auf die niedrigen Zinsen, durch die sie Verluste mit den „Scala“-Sparverträge mache. Vor Gericht allerdings kassierte die Sparkasse eine Niederlage. Die einigte sich später per Vergleich mit Sparern, die geklagt hatten.

Kommentare zu " Stendal, Bitterfeld, Ulm: Sparkassen ketten sich von Sparverträgen los"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ich verstehe vollkommen warum das Mißtrauen gegen Banken immer mehr zunimmt. Bestimmt wurden die Sparverträge damals freudig mit netten Bankberatern abgeschlossen. Diese und auch die Sparer wußten mit Sicherheit nicht über Dauerschuldverhältnisse bescheid. Im Geschäft muß nachwievor ein gewisses Vertrauensverhältnis vorherrschen: Der Käufer möchte kaufen und der Verkäufer möchte verkaufen, auf Basis von guten kaufmännischen Gepflogenheiten. Es ist nicht zumutbar und unerträglich, vor Abschluß noch mögliche Gesetze abklopfen zu müssen ob nicht irgendwo ein Schlupfloch zu finden ist wie in diesem Beispiel mit dem Dauerschuldverhältnis.
    Verträge sind dazu da daß man sie einhält, das gilt für beide Seiten. Ich kann meinen Darlehensvertrag mit Festzinsvereinbarung auch nicht kündigen wenn die Zinsen deutlich sinken und ich dadurch einen Verlust habe. Da macht meine Bank nicht mit, oder ich muß ordentlich Vorfälligkeitszinsen zahlen. Oder komme ich da auch mit dem Trick über das Dauerschuldverhältnis heraus? Der muß doch für beide Seiten gelten, oder?

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