Steuerstreit
Julius Bär einigt sich in Deutschland

Wegen unversteuerter Kundenvermögen sollte sich die Schweizer Bank Julius Bär einem Verfahren stellen. Das konnte jetzt durch eine Einigung auf die Zahlung von 50 Millionen Euro abgewendet werden.
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Zürich Die Schweizer Bank Julius Bär hat sich mit den deutschen Behörden auf die Zahlung von 50 Millionen Euro geeinigt und wendet so ein mögliches Verfahren wegen unversteuerter Kundenvermögen ab. Die Behörden hatten aufgrund von Selbstanzeigen deutscher Kunden sowie von den Behörden angekauften CDs gegen Julius Bär sowie unbekannte Bankmitarbeiter ermittelt. "Wir haben uns mit den Behörden geeinigt, um langwierige und, wie wir glauben, mühsame Ermittlungen zu vermeiden," sagte CEO Boris Collardi am Donnerstag. Deutschland sei für die Bank einer der wichtigsten Auslandsmärkte.

Mit der Übereinkunft erkennt die Bank nach den Worten von Collardi lediglich ein "geringfügig schuldhaftes Verhalten" an. Kundendaten und Informationen seien nicht kompromittiert worden.

Eine vergleichbare Übereinkunft in anderen Ländern erwarte er nicht, so Collardi weiter. Im Gegensatz zur heutigen Einigung mit den deutschen Behörden, hatte die größere Schweizer Konkurrentin UBS 2009 zur Beilegung eines Rechtsstreits in den USA der Übergabe von 4450 Kundendaten zugestimmt. Der Großbank hatte eine Anklage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gedroht.

Die heutige Übereinkunft sei eine gute Lösung für Julius Bär, so ein Schweizer Branchenkenner. Einen durch ein langes Verfahren ramponierten Ruf zu reparieren, wäre Julius Bär sicherlich teurer zu stehen gekommen.

Julius Bär ist das größte ausschließlich auf Vermögensverwaltung spezialisierte Geldinstitut der Schweiz.

Derzeit verwaltet die Bank Kundenvermögen im Wert von rund 267 Milliarden Schweizer Franken. Die Strafzahlung werde das Ergebnis im ersten Halbjahr 2011 netto mit rund 50 Millionen Franken (39 Mio Euro) belasten, sagte Collardi.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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