Streit mit Kirch-Erben
Ackermann macht keinen reinen Tisch

Josef Ackermann wollte seinen Nachfolgern an der Spitze der Deutschen Bank ein bestelltes Haus übergeben. Doch nun ist der Vergleich mit Kirchs Erben gescheitert. Dem Bank-Vorstand sind rund 800 Millionen Euro zu teuer.
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Frankfurt/MünchenDer Vergleich der Deutschen Bank mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch ist gescheitert. Der Vorstand habe den Vergleichsvorschlag sorgfältig geprüft. „Auf der Basis dieser Prüfung, auch unter Berücksichtigung internen und externen Rechtsrats, hat der Vorstand einvernehmlich entschieden, den Vergleichsvorschlag nicht anzunehmen“, erklärte die Bank am Donnerstag. Nun dürfte der Prozess rasch weitergehen, ein weiteres Verfahren ist noch anhängig.

Verhandlungskreisen zufolge sah der Vorschlag die Zahlung von gut 800 Millionen Euro vor. Damit wäre der zehnjährige Rechtsstreit beigelegt worden. Die Kirch-Familie macht die Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums verantwortlich.

Schon mehrfach hatten die Deutsche Bank und die Anwälte des verstorbenen Medienunternehmens Kirch versucht, ihren milliardenschweren Streit um Schadenersatz für die Pleite des Kirch-Medienimperiums 2002 außerhalb von Gerichtssälen beizulegen. Zuletzt schien eine Einigung in Sicht. Der scheidende Bankchef Josef Ackermann und die Witwe des im Juli 2011 gestorbenen Kirch hätten sich geeinigt, berichteten Medien. Die Bank sollte etwas mehr als 800 Millionen Euro zahlen, die Kirch-Seite im Gegenzug auf alle weiteren Ansprüche verzichten.

Ackermann wird damit sein erklärtes Ziel nicht erreichen, vor der Übergabe an seine designierten Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen reinen Tisch zu machen. Denn auf Seiten der Deutschen Bank gab es Zweifler. Sie stützen sich auf ein Gutachten, dass 2011 bei einem der zahlreichen Kirch-Prozesse vorgelegt worden war. Demnach soll die Kirch-Gruppe bereits vor Breuers umstrittenem Interview überschuldet gewesen sein. Warum dann einen Vergleich schließen?

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Auch Kirch-Seite hatte Vorbehalte

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