Streit um Fusion mit Nyse
Deutsche-Börse-Vorstand billigt Zugeständnisse an EU

Laut eines Insiders soll der Vorstand der Deutschen Börse im Streit mit der EU um ihre Fusion mit der Nyse Euronext, Pläne für Zugeständnisse gebilligt haben, mit denen die Brüsseler Bedenken zerstreut werden sollen.
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FrankfurtDie Deutsche Börse will die kritischen Brüsseler Wettbewerbshüter mit Zugeständnissen zum Abnicken ihrer Fusionspläne mit der Nyse Euronext bewegen. Wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten, informierte Börse-Chef Reto Francioni am Montag den Aufsichtsrat über die nächsten Schritte. Dabei seien auch die Zugeständnisse abgesegnet worden.

Welche Angebote die Fusionspartner der EU-Kommission konkret machen, blieb zunächst unklar. Es dürfte Finanzkreisen zufolge um die Derivate-Geschäfte der Börse-Tochter Eurex und ihres Clearing-Hauses Eurex Clearing gehen, da die EU hier die größten Bedenken hat. Verkäufe wichtiger Teile dieses Geschäfts stehen Insidern zufolge aber nicht an. Analysten halten es für denkbar, das lukrative Index-Geschäft für Konkurrenten zu öffnen. Möglich sei auch eine Preisregulierung, die zu hohe Gebühren und Dumpingpreise verhindert.

In dem Poker mit den Wettbewerbshütern müssen die beiden Firmen bis Donnerstag ihr Angebot unterbreiten. Die Kommission entscheidet bis 22. Dezember über die neun Milliarden Dollar schwere Fusion. Möglicherweise verlängert sich die Prüffrist aber um einen Monat.

Bislang wehrt sich die Deutsche Börse gegen die Haltung der EU, die das Gewicht der beiden Fusionspartner im Handel mit Derivaten und damit den ganzen Zusammenschluss kritisch sieht. Die Wettbewerbshüter klammern in ihrer Marktbetrachtung aber den außerbörslichen Handel (OTC) aus. „Der eigentliche Wettbewerb findet nicht zwischen den einzelnen Börsen statt, sondern zwischen den Börsen und den OTC-Märkten“, bekräftigte Francioni in dieser Woche. Die kaum regulierten Märkte abseits der Börsen vereinigten 85 Prozent des Derivate-Handels auf sich. Der Streit über die Derivate-Märkte gilt als größte Hürde für den transatlantischen Zusammenschluss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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