Stresstest
Böse Überraschung für Griechenlands Banken

Das Ergebnis des Stresstests hat die Athener Finanzszene kalt erwischt: Die meisten Analysten hatten erwartet, dass alle griechischen Institute durchkommen würden. Es kam anders.
  • 0

AthenBöse Überraschung für den griechischen Bankensektor: gleich zwei der sechs geprüften Institute bestanden den Stresstest nicht – darunter das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes, die EFG Eurobank. Sie kam unter den Bedingungen des Stresstests nur auf eine Kernkapitalquote von 4,9 Prozent und verfehlte damit die Vorgabe von fünf Prozent.

Die staatlich kontrollierte ATE-Bank scheiterte ebenfalls am Stresstest. Sie war bereits beim ersten Stresstest im vergangenen Jahr durchgefallen. Die ATEBank hatte zwar im Juni eine Kapitalerhöhung von knapp 1,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese Kapitalmaßnahme wurde aber bei dem Stress-Szenario noch nicht berücksichtigt. Der Stresstest beziffert den Kapitalbedarf der Bank auf 713 Millionen Euro. Das Institut befindet sich gegenwärtig in einem Konsolidierungsprozess und soll im Rahmen des Privatisierungsprogramms der Regierung voraussichtlich 2013 verkauft werden.

Das Ergebnis kam für viele in der Athener Finanzszene deshalb überraschend, weil die meisten Analysten erwartet hatten, dass alle sechs Institute durchkommen würden. Allenfalls die ATEBank galt als Wackelkandidat.

Die EFG Eurobank Bank muss nun ihre Kapitalausstattung um mindestens 58 Millionen Euro verbessern. Sie ist bereits dabei: mit dem Verkauf ihrer polnischen Tochter Polbank hat sie im Frühjahr 490 Millionen Euro erlöst. Das Geschäft ist aber noch nicht bilanziert und wurde deshalb nicht berücksichtigt. Nach eigenen Angaben verhandelt die Bank jetzt auch über einen Verkauf ihrer Türkei-Tochter Eurobank Tekfen.

Bestanden haben den Test Griechenlands größtes Geldinstitut, die National Bank of Greece (NBG),  die Alpha Bank, Nummer drei unter den griechischen Geschäftsbanken, die staatlich kontrollierte und ebenfalls zur Privatisierung vorgesehene TT Postbank und die Piraeus Bank, Nummer vier der Branche. Sie hatte den ersten Stresstest im vergangenen Jahr nur ganz knapp bestanden, stärkte sich aber zwischenzeitlich mit einer Kapitalerhöhung und meisterte den Test mit einer Kernkapitalquote von 5,3 Prozent.

Seite 1:

Böse Überraschung für Griechenlands Banken

Seite 2:

Akute Liquiditätsprobleme

Kommentare zu " Stresstest: Böse Überraschung für Griechenlands Banken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%