Svenska-Chef Uggla
„Jeder Bankenzyklus hat uns stärker gemacht“

Inmitten einer Branchenkrise präsentiert sich das schwedische Institut Svenska Handelsbanken stabil wie nie. Magnus Uggla, Chef des internationalen Geschäfts, erklärt, warum Profit nicht vom Investmentgeschäft abhängt.
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Handelsblatt: Herr Uggla, stimmt es, dass Angestellte, die seit den siebziger Jahren für Handelsbanken arbeiten, eine Million Euro zum Ruhestand bekommen?

Magnus Uggla: Das stimmt! Neun Millionen schwedische Kronen.

Für jeden Angestellten?

Der Laufbursche und der Vorstandsvorsitzende bekommen denselben Betrag. Aber das bezieht sich auf einen Zeitraum von vierzig Dienstjahren.

Können Sie Ihr Geschäftsmodell kurz umreißen?

Handelsbanken funktioniert wie ein Verbund unabhängiger Geschäftseinheiten, die ihre Entscheidungen vor Ort treffen. Wir nennen das das Kirchturmprinzip. Du solltest keine Geschäfte außerhalb eines Gebiets betreiben, das man von der Kirchturmspitze deiner Stadt aus nicht mehr überblicken kann. Denn dann kennt man seine Kunden, man kann sie besser bedienen, man kann bessere Kreditentscheidungen treffen.

Und das funktioniert? Würden Sie das Konzept zur Nachahmung empfehlen?

Natürlich führt das Geschäftsmodell dazu, dass wir Risiken vermeiden. Bei Handelsbanken sagen wir immer: Bei vielen Banken sind Kreditverluste reine Statistik. Aber bei uns geht das seelisch an die Substanz! Wenn du die Bank als Verantwortlicher vor Ort in Schwierigkeiten bringst, musst du es selbst wieder in Ordnung bringen. Wir haben keine gesonderte Kreditabteilung, die all die faulen Kredite übernimmt. Außerdem haben wir in den vergangenen fünf Jahren das Risikoniveau beträchtlich gesenkt. Unser Handelsergebnis etwa macht jetzt nur noch vier Prozent des Gesamteinkommens aus. Das waren mal zwanzig Prozent.

In der Branche sinken die Ergebnisziele - etwa auf 15 Prozent Eigenkapitalrendite. Was ist Ihr Ziel?

Unser Ziel ist es, besser als der Durchschnitt zu sein.

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