Teilverkauf läuft
WestLB arbeitet an ihrer eigenen Zerschlagung

Ein Komplettverkauf ist kein Thema mehr: Die Eigner der WestLB bereiten nun den Verkauf von Teilbereichen vor. Ziel ist eine Verbundbank für die Sparkassen. Für den Sonderbeauftragten Friedrich Merz hat das Folgen.
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DüsseldorfDie Eigner der WestLB und der Bund haben sich vom Plan eines Komplett-Verkaufs der Bank verabschiedet. Der Vorstand der Bank nimmt nun die Vorbereitungen für den Verkauf von Teilbereichen des ehemaligen Flaggschiffs der Landesbanken auf, teilte die WestLB am Donnerstag mit. Ansatzpunkte seien "vielversprechende Anfragen für Teilbereiche" aus den vergangenen Monaten.

Der Sonderbeauftragte Friedrich Merz, der den Verkauf als Ganzes begleiten soll, ist damit aus dem Rennen. Diese Option sei "in den Hintergrund getreten", teilte die Bank am Donnerstag mit. Im Mittelpunkt stünden vielmehr die Bildung einer Verbundbank für die Sparkassen und ein Verkauf von Teilbereichen der Bank. Für diese Veräußerungen gebe es bereits Interessenten.

Der WestLB-Vorstand und die Investmentbank Morgan Stanley, die bereits mit der Suche nach einem Käufer für die gesamte WestLB befasst war, würden nun mit möglichen Käufern sprechen.

Die Aufspaltung der drittgrößten deutschen Landesbank erfolgt auf Druck der EU-Kommission. Diese habe eine Präferenz für eine Verbundbank geäußert, betonte nun auch die WestLB. Die Brüsseler Wettbewerbshüter liegen seit Jahren im Streit mit der Landesbank, die in der Finanzkrise mit öffentlichen Garantien am Leben gehalten werden musste.

Die WestLB-Eigner - die nordrhein-westfälische Landesregierung und die örtlichen Sparkassenverbände - hatten sich bereits im April auf das Aufspaltungsmodell verständigt. Auch der Bund ist in die Gespräche eingeschaltet, da er drei Milliarden Euro in die WestLB eingebracht hatte. Im Gegenzug waren milliardenschwere Risikopapiere in eine Bad Bank ausgegliedert worden.

Nach Ansicht der Brüsseler Wettbewerbshüter sind dabei erneut öffentliche Beihilfen geflossen - deshalb fordern sie eine weitere Restrukturierung der Bank. Erfolgt diese nicht, könnten die Brüsseler Wettbewerbshüter unter anderem die Rückzahlung von Beihilfen in einer Höhe von 3,4 Milliarden Euro von der Bank verlangen. Diese stünde dann vor dem Aus.

Die Verbundbank für die Sparkassen soll dem nordrhein- westfälischen Finanzminister Norbert Walter-Borjans zufolge voraussichtlich eine Bilanzsumme von rund 45 Milliarden Euro haben - bei der WestLB sind es derzeit knapp 200 Milliarden Euro. Töchter wie die WestImmo sollen verkauft werden.

Von den Verkäufen hängt dann auch ab, wie viel Teile der heutigen WestLB bei der Erste Abwicklungsanstalt (EAA) genannten Bad Bank landen werden.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hoffentlich wird dieser Laden umgehend geschlossen. Jeder Tag kostet den jetzigen Eigentümern (Land/Sparkassenorganisation)unnötiges weiteres Geld. Aber diesen Tag schiebt man weiter vor sich hin, da sich die tote "Kuh" komischerweise immer noch melken lässt. Herr März hat gut verdient. Der jetzige Vorstand sahnt weiter ab. Bin mal gespannt wer die überzogenen Pensionsansprüche aus den Versorgungsverträgen bezahlen soll.

  • Nun , Herr Merz hat offenbar doch nicht das Format und Verhandlungsgeschick von dem man angenommen hat, dass er es besäße. Eine Rückkehr in die Politik als mögliche Merkel Alternative dürfte sich erledigt haben.Die Zeit die er als "Sonderbeauftragter" verbracht hat,war immerhin bares Geld für ihn. Es sei ihm gegönnt.(Ironie Ende)

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