Teure Prozesse
Rechtsstreits könnten Banken 52 Milliarden Dollar kosten

Teure Zeiten für Banken: Diverse Rechtsstreitigkeiten könnten europäische Geldinstitute in den kommenden zwei Jahren über 50 Milliarden Dollar kosten. Vor allem die USA dürften zur Kasse bitten.
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LondonAuf europäische Banken kommen wegen zahlreicher Rechtsstreitigkeiten in den kommenden zwei Jahren nach Schätzungen des US-Konkurrenten Morgan Stanley Kosten von 52 Milliarden Dollar zu. Die größten Summen entfielen dabei wohl auf die Royal Bank of Scotland und Barclays, erklärten die Analysten am Dienstag.

In den meisten Fällen geht es demnach um den Devisenhandel und den Verkauf von Immobilienpapieren in den USA. Die europäische Branche habe insgesamt bereits 104 Milliarden Dollar gezahlt, hieß es in der Studie.

Den Schätzungen zufolge könnten auf die verstaatlichte RBS weitere 10,6 Milliarden Dollar und auf Barclays 8,3 Milliarden zukommen. Bei der Deutschen Bank liege der Betrag voraussichtlich bei 5,1 Milliarden Dollar.

Aufsichtsbehörden hatten zuletzt im November Strafzahlungen von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar gegen sechs Banken angeordnet. In dem Fall ging es um Manipulationen auf dem Devisenmarkt.

Auch US-Banken mussten in den vergangenen Jahren schon hohe Strafen zahlen. Bei der Aufarbeitung ihrer Altlasten sind sie Morgan Stanley zufolge aber weiter als die europäischen Wettbewerber: So hätten amerikanische Geldhäuser bereits 128 Milliarden Dollar gezahlt. Weitere 18 Milliarden Dollar dürften noch auf sie zukommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Teure Prozesse: Rechtsstreits könnten Banken 52 Milliarden Dollar kosten"

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  • Weshalb funktioniert Recht im Ausland anders als in Deutschland?

    Hängt dies mit der hiesigen "Unabhängigkeit der Justiz" zusammen?

    Wäre es nicht sinnvoll, dass auch Richter dem Gesetz unterstellt werden, statt ihnen gottähnliche Rechte einzuräumen. Sie sind wegen Rechtsbeugung zur Rechenschaft zu ziehen - und zwar gnadenlos. Nur so kommen wir zu einem Rechtssystem, zu einem Rechtsstaat wie ihn der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin im Ausland einfordern.

    Ist oder war die BORA, speziell § 25, überhaupt zu rechtfertigen?
    (§ 25 BORA – Beanstandungen gegenüber Kollegen

    Will ein Rechtsanwalt einen anderen Rechtsanwalt darauf hinweisen, dass er gegen Berufspflichten verstoße, so darf dies nur vertraulich geschehen, es sei denn, dass die Interessen des Mandanten oder eigene Interessen eine Reaktion in anderer Weise erfordern.)

    Diese Regelung, dieser Code unter Juristen, besagt alles. Mit dieser Selbstverpflichtung der Juristen stehen sie moralisch unter Immobilienmaklern, Auto- und Versicherungsverkäufern und Bänkern. Die Notwendigkeit einer solchen Regelung lässt auf das Ausmaß schließen.

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