Trotz NSA-Berichten
Bankenverbände halten Online-Banking weiter für sicher

Die NSA kann wohl auch auf SSL-verschlüsselte Daten zugreifen. Die deutschen Online-Banking-Systeme seien aber noch nicht geknackt, betonen die Bankenverbände. Trotzdem soll das Verfahren sicherer gemacht werden.
  • 8

FrankfurtDeutsche Bankkunden brauchen beim Online-Banking nach Angaben der Branchenverbände keine Angst um die Sicherheit ihrer Daten zu haben. "Diese deutschen Online-Banking-Systeme sind nicht 'geknackt'", teilten die fünf deutschen Bankenverbände am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Sämtliche von den Banken verwendeten Verschlüsselungen und Verfahren seien von der Finanzaufsicht BaFin und den Datenschutzbehörden als sicher anerkannt.

Der US-Geheimdienst NSA kann Medienberichten zufolge Verschlüsselungssysteme im Internet knacken, mit denen E-Mails oder Bankgeschäfte geschützt werden. Damit könnten die USA bisher sicher geglaubte Verbindungen ausspähen, berichteten die "New York Times", der britische "Guardian" und der Nachrichtendienst ProPublica. Sie beriefen sich auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Die NSA und der britische Partnerdienst GCHQ haben den Berichten zufolge die SSL-Technologie ins Visier genommen. Mit dem Secure Sockets Layer (SSL) werden Millionen Webseiten geschützt, deren Adressen mit "https" beginnen.

Die in der Deutschen Kreditwirtschaft zusammengeschlossenen Bankenverbände stellten klar, dass die SSL-Technik und deren Nachfolger TLS im Online-Banking nur dazu verwendet werden, dass außer dem Nutzer niemand sonst die Daten mitlesen könne. Sollte die NSA diese Technik tatsächlich geknackt haben, könnte sie demnach allenfalls Kontoinformationen abrufen, nicht aber etwa selbst Geld von dem Online-Konto abzweigen. Die Sicherheit der Transaktionen werde in Deutschland durch andere Verfahren gewährleistet, erklärte die Kreditwirtschaft. Die Kunden müssen sich dazu - je nach Bank - beispielsweise ein Passwort auf ihr Mobiltelefon schicken lassen (mobileTAN) oder einen am Bildschirm angezeigten Barcode mit dem Handy scannen (PhotoTAN) und damit einen siebenstelligen Code erzeugen.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Trotz NSA-Berichten: Bankenverbände halten Online-Banking weiter für sicher"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Sache haben Sie korrekt dargestellt. Aber das eigentliche Problem ist nicht die Technik, die Sie beschreiben sondern es ist das fehlende Verständnis der Sache, das fehlende Problembewusstsein der Verantwortlichen.

    Es ist nur die Frage der Zeit bis Kriminelle groß absahnen.

  • Man stelle sich nur mal vor, was für eine Welle der Empörung über die Bankenverbände hereingebrochen wäre, hätten sie ein solches Statement einige Wochen zuvor abgegeben, nämlich das eine sichere Kommunikation im Netz zwischen Bank und Kunde nicht gewährleistet werden könne. Und jetzt wird eine solche Aussage plötzlich als "Entwarnung" gewertet?! Wie das? In meinen Augen ist das eine Bankrotterklärung nicht nur für das Online-Banking, auch wenn man noch gar nicht abschätzen kann, welche Konsequenzen man darüberhinaus noch ziehen müsste... :-/

  • Am sichersten ist man OHNE Konto.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%